Hotellerie

Romantik Hotels bald führende Hotelkooperation Europas?

Daniel Tschudy

Ehrgeizige Ziele bei den Romantik Hotels: Die Marketingkooperation geht in die Offensive. Thomas Edelkamp zu den Zielen.

Seit einem Jahr führt der hauptamtliche Vorstand Thomas Edelkamp die Geschicke des in Frankfurt domizilierten Gastro-Unternehmens. Als verantwortlicher zuletzt für Franchise Development bei Accor Deutschland kommt er aus einer sehr ambitionierten Welt und will dieses Credo nun auch in die Romantik Hotels einbringen. Das ist nicht ganz einfach, immerhin sind fast alle der rund 200 Hotels einzigartige Traditionsbetriebe mit viel Lokalkolorit und jeweils persönlich geführt. Edelkamp sieht hier aber ein echtes USP (Alleinstellungsmerkmal): „Unser Hotels sind, gerade weil sie in ihrer Region tief verankert sind und persönlich geführt werden, sehr authentisch und erfüllen zudem kulinarisch höchste Ansprüche“.

Und so will Edelkamp wachsen, oder er muss es wohl auch, um gegen die derzeit grossen Fusionen der weltweit agierenden Hotelkonzerne antreten zu können (wie dies beispielsweise gerade ‚seine‘ Accor-Gruppe tut). Das erklärte Ziel ist nun, die führende Hotelkooperationsgruppe Europas zu werden. Denn Wachstum sei, laut Edelkamp, der einzige Weg, um Privathotels über die globalen Distributionskanäle erfolgreich bewerben und vertreiben zu können. Bis 2020 soll die Gruppe von derzeit 200 auf 300 Mitgliederhotels wachsen; und dies mit Standorten in 15 Ländern (neben Deutschland gibt es derzeit Romantik-Hotels in Belgien, Frankreich, Luxemburg, Holland, Schweiz, Österreich, Italien und Spanien).

Über die Hälfte der Romantik-Partner befinden sich in Deutschland und in der Schweiz gibt es derzeit 28 Mitglieder in vielen auch kleineren Resorts und Gemeinden. Die einem breiteren Publikum bekannten hiesigen Hotels sind das Stern in Chur (deren Direktor Adrian Müller auch im Vorstand der Gruppe ist), das Julen in Zermatt, der Schweizerhof in Grindelwald, das Wilden Mann in Luzern, das Säntis in Appenzell und das Seehotel Sonne bei Küsnacht bei Zürich. An der Frankfurter Zentrale ist man sich bewusst, dass die Schweiz momentan ein schwieriger Markt ist. Nach dem „Franken-Schock“ gilt es für die Hoteliers neue Wege der Vermarktung zu finden. Und Romantik ist überzeugt, da als starker Partner zur Seite stehen können. Thomas Edelkamp bestätigt denn auch, dass derzeit viele Gespräche mit potentiellen Schweizer Mitgliedern geführt werden. Das Ziel Schweiz lautet 40 Hotels in ein paar Jahren.

Ist die Marke Romantik noch zeitgemäss?

Bei diesem ambitiösen Wachstumsziel stellt sich aber schon die Frage, ob der 45-jährige Markenname Romantik noch neues Publikum erreichen kann. Und Edelkamp stellt denn im Gespräch mit travelnews auch deutlich fest: „Klar, er ist Fluch und Segen zugleich. In den Begriff Romantik werden, abhängig von der Generation, sehr unterschiedliche Dinge hineininterpretiert. Es ist unsere Aufgabe, in der Positionierung der Marke sehr zielgruppenorientiert vorzugehen. Wir müssen Erlebnisse schaffen, die für Best Agers genauso attraktiv sind, wie für die Generation Y. Und dabei ist etwas wichtig: unser Markenname steht nicht für Poesie, Kerzenschein oder Gefühlsduselei, sondern für individuelle Hotels mit Geschichte, modernen Gastgebern und ausgezeichnete Kulinarik. Diese Individualität kommt heutzutage auch in den jungen Zielgruppen gut an.“

romantikhotels.com