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Emirates bereitet Flüge von Dubai via Mailand nach Lima vor und dürfte bald viele Passagiere in Oberitalien abholen. Bild: EK

Emirates plant Lima-Offensive ab Mailand

Der Golf-Carrier steht kurz vor der Genehmigung für eine Fifth-Freedom-Verbindung von Mailand-Malpensa nach Lima. Der Schritt setzt die Lateinamerika-Strategie von ITA Airways und des neuen Mutterkonzerns Lufthansa unter Druck.

Die Karten für die beliebten Südamerika-Routen ab Mailand werden neu gemischt. Wie der «Corriere della Sera» berichtet, steht Emirates kurz davor, die behördliche Genehmigung für Direktflüge zwischen Mailand-Malpensa und Perus Hauptstadt Lima zu erhalten.

Die rechtliche Grundlage bildet die sogenannte «Fünfte Freiheit» des Luftverkehrs (Fifth Freedom). Diese erlaubt es einer Fluggesellschaft aus einem Drittstaat, Passagiere und Fracht zwischen zwei fremden Ländern zu befördern, sofern der Flug im Heimatland der Airline startet oder endet. Emirates nutzt dieses Modell in Mailand bereits erfolgreich auf der Strecke Dubai–Mailand–New York (JFK).

Für die Erteilung der Streckenrechte fehle nur noch die letzte formelle Unterschrift im Rahmen der bilateralen Luftfahrtabkommen zwischen Italien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, schreibt die italienische Tageszeitung. Die Genehmigung könnte bereits für den kommenden Winterflugplan 2026/2027 vorliegen, der Ende Oktober greift.

Obwohl eine Sprecherin von Emirates gegenüber der Zeitung betont, dass man «derzeit keine unmittelbaren Pläne» für den Routenstart habe, evaluiere man kontinuierlich neue Marktchancen. Das Einholen der Streckenrechte deutet jedenfalls auf konkrete Expansionsabsichten hin.

150'000 Passagiere pro Jahr nach Lima

Gemäss der Fachplattform Cirium reisen jährlich rund 150'000 Passagiere zwischen der Lombardei und Lima – bislang ausnahmslos mit Umsteigeverbindungen über andere europäische Drehkreuze. Die Route bedient sowohl den stark wachsenden VFR-Verkehr (Visiting Friends & Relatives durch die grosse peruanische Diaspora in Norditalien) als auch Touristen und Geschäftsreisende.

Während Norditalien profitiert, bringt der geplante Emirates-Schritt die Strategie von ITA Airways und der Lufthansa-Gruppe unter Zugzwang. Die deutsche Airline-Gruppe, die schrittweise die Mehrheit an ITA Airways übernimmt (bis Anfang 2027 auf 90 %), sieht in Lateinamerika einen der profitabelsten Märkte weltweit. Lufthansa plant, ITA Airways am Drehkreuz Rom-Fiumicino (FCO) gezielt als Südamerika-Spezialisten zu etablieren.

Wenn Emirates nun künftig kaufkräftige Passagiere direkt ab Mailand absaugt, schwächt das die Zubringerströme nach Rom sowie zu den Konzern-Hubs in Frankfurt, Zürich, München und Madrid (Iberia). Für ITA könnte dies bedeuten, dass eigene geplante Direktverbindungen ab Rom – etwa nach Lima oder Santiago de Chile – wirtschaftlich nicht mehr darstellbar sind.

Lima dürfte erst der Anfang sein. Offenbar prüft Emirates ab Mailand-Malpensa weitere Fünfte-Freiheit-Verbindungen auf den amerikanischen Kontinent. Im Gespräch sind Destinationen wie Los Angeles, São Paulo, Santiago de Chile und Mexiko-Stadt.

(TN)