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Der Hitzesommer 2026 löst insbesondere in Südeuropa zahlreiche Waldbrände aus. Symbolbild: Adobe Stock

Das Update zu Hitzesommer und Waldbränden

Zahlreiche europäische Ferienregionen sind in diesem Sommer grosser Hitze, Trockenheit und Waldbränden ausgesetzt. Das sind die jüngsten Entwicklungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heftige Waldbrände halten viele Teile Europas in Atem.
  • Besonders betroffen sind Spanien, Frankreich, Griechenland und Portugal.
  • Anhaltende Trockenheit, hohe Temperaturen und kräftige Winde treiben die Flammen immer wieder an.
  • Die Waldbrandsaison 2026 zählt bereits jetzt zu den schwersten der vergangenen Jahre.

Waldbrand am Gardasee zwingt 200 Menschen zur Flucht

Ein Waldbrand am Westufer des Gardasees hat in der Nacht auf Samstag einen Grosseinsatz ausgelöst. In der Gemeinde Tignale mussten nach Angaben der lokalen Behörden rund 200 Menschen vorsorglich ihre Häuser sowie eine Ferienanlage verlassen. Zwei Löschflugzeuge vom Typ Canadair unterstützen inzwischen die Einsatzkräfte am Boden. Das Feuer war am Vorabend im Gebiet von Olzano in der Provinz Brescia ausgebrochen. In dem bergigen Gelände auf rund 800 Metern Höhe breiteten sich die Flammen rasch aus und kamen teilweise gefährlich nahe an bewohnte Gebäude. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig: Starker Wind fachte das Feuer immer wieder an, zudem ist die Vegetation rund um den Gardasee derzeit aussergewöhnlich trocken. Feuerwehr und Zivilschutz waren die ganze Nacht im Einsatz. Am Samstagmorgen dauerten die Löscharbeiten an.

Rhein fällt auf historischen Tiefststand

Der Rhein führt immer weniger Wasser. Am deutschen Pegel Kaub sank der Wasserstand am Mittwoch laut der «Frankfurter Rundschau» auf den historischen Tiefstwert von nur noch 19 Zentimetern. Bereits am Montag war dort ein neuer Negativrekord gemessen worden. Auch in der Schweiz bleibt die Lage angespannt: Der Pegel im Basler Rheinhafen liegt derzeit bei 485 Zentimetern und damit seit Tagen auf tiefem Niveau. Die Wassertemperatur in Rheinfelden beträgt aktuell 24,52 Grad Celsius.

Mallorcas Meer so warm wie nie

Das Mittelmeer heizt sich im Hitzesommer 2026 weiter auf. Vor der Westküste Mallorcas wurden am Mittwochnachmittag an der Messboje Dragonera 33,02 Grad gemessen, wie der spanische Wetterdienst Aemet im sozialen Netzwerk X mitteilte. Das soll nicht nur die höchste je gemessene Temperatur vor Mallorca sein, sondern der höchste gemessene Wert für das gesamte Mittelmeer, wie das «Mallorca Magazin» berichtet. Für viele Feriengäste bringt das warme Wasser kaum noch die erhoffte Abkühlung. Die Meerestemperaturen liegen in weiten Teilen des Mittelmeerraums deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Auch in der Adria sowie vor Portugal wurden in diesem Sommer marine Hitzewellen registriert.


Mehrere Verletzte bei Löscharbeiten in Deutschland

Bei einem Waldbrand nahe Bad Schwalbach und Taunusstein in Deutschland sind zwei Feuerwehrleute verletzt worden. Drei weitere mussten wegen Kreislaufproblemen medizinisch behandelt werden. Zu Beginn des Brandes standen rund 20'000 Quadratmeter Fichtenwald in Flammen. Rund 450 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Zwar ist der Brand noch nicht vollständig gelöscht, laut Polizei ist die Lage jedoch unter Kontrolle. Auch am Kranzbergkogel in Bayern wütet weiterhin ein Waldbrand. Das Feuer konnte bis Mittwoch noch nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Waldbrand nahe Wien

Im Bezirk Neunkirchen in der Nähe von Wien ist am Mittwochnachmittag ein Brand in einem Föhrenwald ausgebrochen. Rund 100 Hektar waren betroffen, 20 Hektar standen dabei in Vollbrand – die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Dabei wurde die höchste Alarmstufe (B4) ausgelöst und es rückten rund 550 Feuerwehrmitglieder aus, um den Brand zu löschen. Bereits am Mittwochabend konnte er unter Kontrolle gebracht werden. Laut der Feuerwehr Neunkirchen werden die Löscharbeiten aber noch bis mindestens Donnerstagabend weitergehen.

Höchste Hitzewarnstufe in allen italienischen Grossstädten

Wegen der aktuellen Hitzewelle hat Italien für alle seine 27 Grossstädte die höchste Warnstufe ausgerufen. Am Donnerstag werden Temperaturen um die 40 Grad erwartet. Eine Abkühlung ist nicht in Sicht. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, gilt derzeit die Alarmstufe Rot. Das bedeutet, dass die Hitze auch für junge und gesunde Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellt. Die höchste Warnstufe galt am Dienstag und Mittwoch nur in 25 der Grossstädte Italiens. Am Donnerstag kommen noch Messina und Reggio Calabria hinzu. Dem Gesundheitsministerium Italiens zufolge ist es das erste Mal in diesem Jahr, dass für alle 27 Städte die höchste Alarmstufe gilt. In einigen Regionen wurde bereits die 40-Grad-Marke geknackt.

Temperaturrekord in Österreich

Mit 41 Grad Celsius in Wien ist in Österreich am Dienstag ein Hitzerekord gemessen worden. Diese Temperatur wurde im Stadtteil Stammersdorf im Osten der Hauptstadt registriert, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Der bisherige Rekord stammte vom August 2013. Damals war war die Temperatur in Bad Deutsch-Altenburg im Osten des Landes bis auf 40.5 Grad geklettert. Der gesamte Juli war in Österreich – wie auch in vielen weiteren Ländern Europas – ungewöhnlich heiss und trocken. Örtlich regnete es bis zu 90 Prozent weniger als üblich, wie der Wetterdienst bekannt gab.

Hitze legt Atomreaktoren lahm

Die anhaltende Hitzewelle in Frankreich hat Auswirkungen auf die Stromproduktion. Der Energiekonzern EDF hat laut «Euronews» drei Reaktoren in den Kernkraftwerken Chooz und Cattenom vorübergehend abgeschaltet. Grund sind die tiefen Wasserstände der Flüsse, die zur Kühlung der Anlagen benötigt werden. Mit dem Schritt sollen die Umweltauflagen eingehalten und genügend Wasser für andere Nutzer sichergestellt werden. Frankreich deckt rund 70 Prozent seines Strombedarfs mit Kernenergie.

Waldbrand in den Niederlanden ausgebrochen

Jetzt brennt es auch in den Niederlanden: In De Rosmolen bei Oostrum ist gestern in einem Naturschutzgebiet ein Grossfeuer ausgebrochen, das sich mittlerweile auf über 100 Hektar erstreckt. Es stehen 300 Einsatzkräfte im Einsatz, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Sie legten sofort eine Brandschneise in Wald an. Das Gebiet lieg im Osten des Landes, direkt an der Grenze zu Deutschland. Ein Campingplatz mit etwa 300 Feriengästen wurde vorsorglich evakuiert. Zudem wurde der Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray eingestellt. Drei Löschhubschrauber der Armee sind im Einsatz, um die Brände aus der Luft zu bekämpfen.

Feuer bedroht griechische Stadt Megara

Während sich die Lage in Spanien und Frankreich ein wenig entspannt, sind die Brände in Griechenland weiterhin ausser Kontrolle. Die Feuerwehrleute kämpften zeitweise gegen 73 Brände, von denen allein 51 am vergangenen Freitag ausgebrochen seien, wie die «Tagesschau» berichtet. Besonders gefährlich sei die Entwicklung rund um die Stadt Megara, westlich von Athen. Hier sind die Brände bereits bis auf fünf Kilometer an die Stadt herangerückt. Die starken Winde machen, dass sich Brände besonders schnell ausbreiten, und verhindern indes die Löscharbeiten aus der Luft. Der Bürgermeister spricht von «chaotischen» Zuständen. Ein weiterer Waldbrand war am Samstagabend auf der Insel Kefalonia ausgebrochen. Ein Mann wurde wegen Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Landesweit wurden bisher 13 Menschen wegen fahrlässiger Brandstiftung verhaftet.

Piloten sterben bei Zusammenstoss von Lösch-Helikoptern

Am Sonntag kam es bei Löscharbeiten westlich von Athen zu einem Unglück: Bei einem Zusammenstoss von zwei Löschhelikoptern verloren zwei Piloten ihr Leben. In einem Video ist zu sehen, wie die beiden Helikopter so nahe beieinander fliegen, bis der einer den Rotor des anderen berührt. Der Helikopter mit dem beschädigten Rotor explodiert und stürzt ab. Nachdem das Schicksal der beiden Piloten in der Unglücksmaschine zunächst unklar war, wurden die beiden Insassen kurz darauf tot geborgen. Es handelte sich dabei um einen griechischen und einen dänischen Staatsbürger. Der zweite Helikopter konnte trotz Schaden noch weiterfliegen. Die Piloten dieser Maschine hätten sich nach dem Vorfall bei der Feuerwehrzentrale per Funk gemeldet. Der Co-Pilot erlitt Verletzungen.

Brände in Bordeaux unter Kontrolle

Die Waldbrände in der französischen Gironde bei Bordeaux sind laut dem französischen Innenminister Laurent Nuñez unter Kontrolle. Das gab er am Wochenende bekannt. Die Flammen würden sich nicht mehr weiter ausbreiten. Laut Nuñez gibt es aber noch immer einige aktive Zonen, in denen nach wie vor Boden- und Lufttruppen im Einsatz seien. Noch sind die Löscharbeiten nicht beendet. Die Waldbrände in der Region Bordeaux haben in den vergangenen Tagen rund 42'000 Hektar Land zerstört. Mehr als 220'000 Menschen mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen.

Feuer nahe Athen

Ein grosser Waldbrand bedroht den beliebten Badeort Porto Germeno rund 60 Kilometer westlich von Athen. Hunderte Feuerwehrleute stehen im Einsatz, starke Winde erschweren die Löscharbeiten erheblich. In der Bucht rettete die Küstenwache zwölf Menschen vom Strand über das Meer. Nach Angaben lokaler Behörden sollen bis zu 100 Häuser zerstört worden sein. Auch auf der Halbinsel Peloponnes kämpfen Einsatzkräfte derzeit gegen mehrere Waldbrände.

Waldbrandrisiko in Südeuropa hat sich verdoppelt

Seit 1981 hat sich die Zahl der Sommertage mit hohem Waldbrandrisiko in weiten Teilen Südeuropas verdoppelt. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, die im Fachjournal «Scientific Reports» veröffentlicht wurde. Betroffen sind insbesondere die Iberische Halbinsel, Frankreich, Italien und Griechenland. Die Forschenden führen die Entwicklung auf den Klimawandel zurück. Hohe Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit, Trockenheit und starker Wind schaffen immer häufiger Bedingungen, die Waldbrände begünstigen. Besonders deutlich zeigt sich dies in Portugal und Spanien: Dort stieg die Zahl extremer Brandwetter-Tage von weniger als zehn pro Sommer (1981–2010) auf bis zu 25 im vergangenen Jahrzehnt. Gleichzeitig registrierten die Forschenden in Südeuropa zuletzt weniger Waldbrände und insgesamt kleinere verbrannte Flächen. Dies führen sie auf ein verbessertes Waldbrandmanagement zurück. Dennoch warnen sie vor einer Zunahme seltener, dafür umso grösserer und schwer kontrollierbarer Megabrände.

Schweizer Bergregionen profitieren von Hitzewelle

Die aktuelle Hitzewelle beeinflusst das Reiseverhalten in der Schweiz. Während im Flachland und in den Städten am Donnerstag Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet werden, zieht es viele Gäste kurzfristig in kühlere Regionen. Das zeigen Rückmeldungen von Schweiz Tourismus aus Destinationen in allen Landesteilen. Besonders Bergregionen sowie Orte an Seen und in waldreichen Gebieten verzeichnen mehr spontane Buchungen. Davon profitieren unter anderem das Engadin, Gstaad und Davos/Klosters. Im Engadin hat die Sommersaison früher begonnen, gleichzeitig ist die Auslastung über die Sommermonate konstant hoch. Auch der Jurabogen mit seinen Seen, Schluchten und Wäldern spürt eine steigende Nachfrage. Weniger gefragt sind hingegen kulturelle Sehenswürdigkeiten wie Museen oder Schlösser. Für Schweiz Tourismus ist die Entwicklung mehr als ein kurzfristiger Effekt: Die zunehmende Suche nach natürlicher Abkühlung widerspiegle einen langfristigen Wandel des Sommertourismus im Zuge des Klimawandels, heisst es in er aktuellen Analyse.

Waldbrände jetzt auch in Antalya

Mehrere Waldbrände sorgen derzeit in der türkischen Ferienregion Antalya für eine angespannte Lage. Besonders betroffen ist der Bezirk Kumluca westlich von Antalya. Dort erreichten die Flammen Wohngebiete im Stadtteil Yazir. Einige Gebäude brannten nieder. Die Strassen zu den Ferienorten Adrasan und Olympos wurden vorübergehend gesperrt. Feuerwehr und Katastrophenschutz bekämpfen die Brände mit einem Grossaufgebot aus der Luft und am Boden. Laut Gouverneur Hulusi Şahin wurden in der Provinz insgesamt zwölf Waldbrände registriert. Als Ursachen gelten extreme Hitze, starker Wind und trockene Luft. Hinweise auf Verletzte oder Todesopfer gibt es derzeit nicht.

Beliebtes Wanderziel in Griechenland geschlossen

Die 18-kilometer lange Samaria-Schlucht im Süden der Insel Kreta wird ab heute wegen hoher Waldbrandgefahr gesperrt. Grund ist die Vorhersage starker Winde in der Region, wie «Ekathimerini» schreibt. Auf der fünfstufigen Gefahrenskala befindet sich das beliebte Wanderziel bereits auf Stufe vier. Die Schlucht liegt in einem Nationalpark im Südwesten der Insel. Für ganz Kreta, die Region um Athen, die Insel Euböa, den östlichen Peloponnes, die Kykladen und die östlichen Ägäisinseln Lesbos, Chios, Samos und Ikaria ist die Waldbrandgefahr ebenfalls auf der Stufe vier.

Kreuzfahrtschiff auf der Donau auf Grund gelaufen

Ein unter Schweizer Flagge fahrendes Kreuzfahrtschiff ist in der Nacht auf Mittwoch auf der Donau in Bulgarien auf Grund gelaufen. Die Viking Ullur strandete rund 25 Kilometer flussaufwärts der Stadt Vidin, nachdem der niedrige Wasserstand und eingeschränkte Sichtverhältnisse die Navigation erschwert hatten. Alle 186 Passagiere sowie die 52 Besatzungsmitglieder blieben unverletzt, wie das News-Portal «Watson» schreibt. Die Reisenden wurden mit Booten der bulgarischen Grenzpolizei evakuiert. Ein Ersatzschiff sollte sie übernehmen, konnte sich dem havarierten Schiff zunächst jedoch nicht ausreichend nähern. Der anhaltend tiefe Wasserstand der Donau infolge der sommerlichen Hitze sorgt derzeit auf Europas zweitlängstem Fluss immer wieder für Einschränkungen der Schifffahrt.

Lage bei Madrid entspannt sich

Die Lage in den von Waldbränden betroffenen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt Madrid hat sich deutlich entspannt. Mehr als 50'000 Menschen konnten seit Dienstag in ihre Häuser zurückkehren, nachdem die Behörden zahlreiche Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen aufgehoben haben. Dennoch mahnen die Einsatzkräfte zur Vorsicht. Mit der vierten Hitzewelle des Sommers steigen die Temperaturen in Spanien erneut deutlich an, was die Löscharbeiten erschwert. Sorgen bereitet derzeit ein Grossbrand in der Provinz Castellón an der Ostküste. Im Gebiet Vall d'Uixó hat das Feuer bereits rund 10'000 Hektaren Wald- und Buschland zerstört. Insgesamt erlebt Spanien eine der schwersten Waldbrandsaisons seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1968.

Schweizer Seen geht das Wasser aus

Die Trockenperiode setzt den Schweizer Seen zu. In den Häfen des Bodensees liegen aktuell viele Boote auf trockenem, rissigem Seeboden. Derzeit liegt der Pegel gemäss Daten des Bundes rund 1,5 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt im Juli. Auch weitere Schweizer Seen leiden unter Wassermangel. Der Lac des Brenets im Kanton Neuenburg, direkt an der Grenze zu Frankreich, ist praktisch ausgetrocknet. Auch der Walensee und Lago Maggiore weisen extrem tiefe Wasserstände auf. Und der tiefe Wasserpegel im Vierwaldstättersee bedroht die Schifffahrt.

Waldbrand bedroht griechische Ferieninsel Paros

Auf der bei Feriengästen beliebten Kykladeninsel Paros kämpfen Feuerwehrleute seit Dienstag gegen einen grossen Waldbrand. Die Flammen breiteten sich rasch aus, weshalb mehrere Ortschaften vorsorglich evakuiert wurden. Medienberichten zufolge wurden Bewohner und Besucher von den Einsatzkräften aufgefordert, sich an die Strände in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehr ist mit Dutzenden Kräften im Einsatz und erhielt Verstärkung von den Nachbarinseln Naxos und Syros sowie vom griechischen Festland. Besonders bedroht ist die Ortschaft Agkairia. Auch in anderen Teilen Griechenlands ist die Waldbrandgefahr hoch. Für Kreta sowie die Inseln Lesbos, Chios, Samos, Ikaria und Psara gilt die zweithöchste Warnstufe. Nach den verheerenden Bränden der vergangenen Jahre hat Griechenland seine Löschkapazitäten deutlich ausgebaut und verfügt heute über 18'000 Berufs- und Saisonfeuerwehrleute sowie 85 staatliche Löschflugzeuge.

Nächste Hitzewelle schwappt über die Schweiz

Ab heute steigen die Temperaturen in der Schweiz über 30 Grad an. Ab Mittwoch gilt – ausser im Alpenraum – landesweit die Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr). Der Bund warnt vor «grosses Risiko für Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein». Die Warnung gilt vorerst bis zum 5. August. Für die heissesten Tage rechnet der Meteoschweiz von Mittwoch bis Freitag mit Höchsttemperaturen von 36 Grad am Tag und 22 Grad in der Nacht. In den meisten Kantonen gilt ein absolutes Feuer- und Feuerwerksverbot – auch am Nationalfeiertag, 1. August.  Die höchste Waldbrand-Warnstufe fünf gilt laut Meteo Schweiz momentan für diese Regionen:  Kanton Basel-Landschaft, St. Bernard VS, Bagnes VS, Riddes VS, Montana VS, Fully VS, Südrampe VS, Aletsch VS, Simplon Nord VS, Vispertal VS, Nikolai VS, Kanton Uri, Kanton Glarus, Untere Surselva GR, Rheintal GR und Val Müstair GR.

Waldbrände in Portugal ausgebrochen

Nach Spanien und Frankreich sind auch in Portugal mehrere Waldbrände ausgebrochen. Mehr als tausend Einsatzkräfte kämpften am Montagnachmittag gegen die Flammen in Buschlandschaften im Zentrum und im Norden des Landes, wie die Behörden mitteilten. Rund zwanzig Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz. Die grössten Brände breiten sich den Angaben zufolge bei Braga und Bragança im Norden sowie bei Santarém im Zentrum des Landes aus, wo für Montag Temperaturen um 39 Grad Celsius vorhergesagt waren. Fast im gesamten Land gilt wegen der hohen Temperaturen die maximale oder eine sehr hohe Brandgefahr. Einzig an den Küsten ist das Risiko nach Angaben des Wetterdienstes etwas geringer.

Tourismussaison in der Region Bordeaux geplatzt

Die schweren Waldbrände in der französischen Region Gironde treffen nicht nur die Bevölkerung, sondern auch den Tourismus hart. Nachdem die Regierung Feriengäste eindringlich gebeten hat, vorerst nicht anzureisen, befürchten Tourismusvertreter das vorzeitige Ende der Sommersaison. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer der Gironde sprach von einem «schweren Schlag» für das überwiegend vom Tourismus abhängige Departement. Seit Mittwoch wurden mehr als 220'000 Menschen in der auch bei Schweizern beliebten Ferienregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometer der Grossstadt Bordeaux genähert.

Touristen in Italien mit Schiffen in Sicherheit gebracht

Nach der Ausbreitung eines Waldbrands auf der Gargano-Halbinsel in Apulien sind 400 Touristen und Strandbesucher mit Schiffen über den Seeweg in Sicherheit gebracht worden. Am Einsatz beteiligt waren sechs Schiffe der Küstenwache, drei Boote der italienischen Finanzpolizei und etwa zehn private Schiffe beteiligt, wie die Küstenwache mitteilt. Betroffen waren die Strände zwischen Peschici und Vieste. Die Flammen erreichten die Küste, eine wichtige Panoramastrasse wurde gesperrt. Auch im angrenzenden Basso Molise wurden Campingplätze und Badeanlagen evakuiert.

Brände bis 15 Kilometer vor Bordeaux

Die Waldbrände in Südwestfrankreich rücken bis auf 15 Kilometer an Bordeaux heran. Seit Mittwoch wütet in der französischen Gironde ein aussergewöhnlicher Waldbrand, der laut Behörden bereits rund 42'000 Hektar Land zerstört hat. Mehr als 220'000 Menschen mussten bereits evakuiert werden, betroffen sind vor allem Gebiete rund um das Bassin d'Arcachon. Auf ein Ersuchen des französischen Zivilschutzes hin sollen voraussichtlich zwei Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee im Süden des Landes zum Einsatz kommen. Die Wetteraussichten machen die Arbeit der Einsatzkräfte in Frankreich nicht einfacher: Ab Dienstag werden in Teilen Frankreichs Temperaturen bis zu 40 Grad erwartet. Die neue Hitzewelle könnte die Brände zusätzlich anfachen und die Löscharbeiten erschweren.

Intensität der Brände in Spanien lässt vorerst nach

Schon 90'000 Menschen mussten wegen den Waldbrände in Madrid, Ávila und Toledo evakuiert werden. Der Waldbrand in Ávila ist gemäss «El País» mit 50'000 betroffenen Hektaren bereits der grösste in der Geschichte Spaniens. Portugal, Griechenland und Italien haben sich den Löscharbeiten angeschlossen und stellen ein Einsatzteam aus 176 Einsatzkräften, 41 Fahrzeugen und 4 Canadair-Flugzeugen. Die Intensität der Brände hat am Sonntag zum ersten Mal seit vier Tagen nachgelassen. Auch der am Samstag in einem Gebiet von Pinos del Valle (Granada) ausgebrochene Waldbrand wurde am Sonntagabend von den Einsatzkräften unter Kontrolle gebracht.

SNCF gewährt kostenlosen Storno Richtung Bordeaux

Für Reisende, die eine Zugreise Richtung Südwesten Frankreichs vor sich haben, gibt es Erleichterungen: Verkehrsminister Philippe Tabarot teilte mit, dass die Eisenbahngesellschaft SNCF angesichts der Brände eine Sonderregelung für Reisen in die betroffenen Gebiete einführt. Fahrten in die Region Bordeaux und andere betroffene Zonen können kostenlos verschoben oder storniert werden.

Frankreich kämpft mit dramatischer Situation

Im südwestfranzösischen Département Gironde sind die Flammen weiterhin ausser Kontrolle. Mittlerweile wurden 167'000 Menschen evakuiert und die Brände haben sich bis auf 30 Kilometer an Bordeaux angenähert. Frankreich verstärkt angesichts der dramatischen Lage die Unterstützung der Feuerwehr. 18 Löschflugzeuge sind im Einsatz. Die heutige Abschlussetappe der Tour de France wird deutlich verkürzt, um Polizisten aus dem Raum Paris ins Département Gironde zu verschieben. Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Region Gironde geliefert, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen.

Schweiz schickt Feuerwehrleute nach Bordeaux

34 Feuerwehrleute aus der Westschweiz sind unterwegs nach Bordeaux. Der Konvoi ist am Samstagmittag mit insgesamt elf Fahrzeugen losgefahren. Er soll am Samstagabend in Bordeaux eintreffen. Sie sollen die französischen Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung unterstützen. Die französischen Behörden hatten Hilfe angefragt. Weil die Schweizer Feuerwehrleute für die Bekämpfung von Waldbränden weder gut genug ausgerüstet, noch adäquat ausgebildet sind, werden sie wohl nicht an den kritischsten Stellen eingesetzt. Sie könnten gemäss «RTS» vor allem in Wohngebieten, die an Wälder angrenzen, eingesetzt werden.

Touristenorte in Südwestfrankreich werden evakuiert

Rund 140'000 Menschen wurden bereits aus Frankreichs Atlantikküsten-Region evakuiert, darunter viele Touristen. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde bekannt, dass sieben weitere Gemeinden vorsorglich evakuiert werden. Diese Gemeinden liegen in der Nähe von Bordeaux oder sind Vororte der Stadt. Zusammen leben in diesen Gemeinden rund 70'000 Menschen. Bison Futé, der offizielle öffentliche Verkehrsinformationsdienst in Frankreich, forderte in der Nacht von Freitag auf Samstag die Autofahrer auf, die Anreise in das Departement Gironde oder dessen Durchfahrt zu vermeiden. Das Feuer habe sich inzwischen auf 22'000 Hektar Fläche ausgedehnt. Vorläufig kamen Bewohner und Touristen in Notunterkünften und Ausweichquartieren in angrenzenden Ferienorten unter. In Bordeaux wurde auch eine Messehalle zur Einquartierung evakuierter Touristen geöffnet. Die Gendarmerie koordiniere die Evakuierungen und bewache die verwaisten Campingplätze und Ferienzentren, wo viele Menschen Wohnwagen und Zelte zurücklassen mussten, heisst es in französischen Medien. Auch heute Samstag werden in der Region Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet.

Spanien ruft Notstand aus

Für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie für die Provinz Ávila hat Spanien den Notstand ausgerufen. Das Innenministerium kündigte in der Nacht die Entsendung weiterer Kräfte zur Bekämpfung der schweren Waldbrände an. Das operative Kommando übernahm eine militärische Kriseneinheit, die direkt bei der Regierung angesiedelt ist. Zudem wurden zusätzliche Geldmittel gesprochen. Wegen der Brände mussten inzwischen mehr als 11’500 Menschen ihre Häuser verlassen, davon allein 10’000 im Grossraum Madrid. In Spanien sind dieses Jahr bereits mehr als 125’000 Hektar Land verbrannt.

Brand der Küstenwälder in Tunesien eingedämmt

Die tunesische Feuerwehr hat nach mehr als 16-stündigen Löscharbeiten einen Waldbrand eingedämmt, der in den Küstenwäldern zwischen Rafraf und Ghar El Melh in der nördlichen Provinz Bizerte ausgebrochen war. Die Überwachung vor Ort werde fortgesetzt, um ein Wiederaufflammen der Flammen zu verhindern, insbesondere angesichts der anhaltenden Hitzewelle und starker Winde, heisst es seitens der Behörden. Tunesien erlebt derzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 45 Grad in den meisten Regionen. Nach Angaben des tunesischen Nationalen Instituts für Meteorologie war die zentral gelegene Stadt Kairouan am Dienstag mit 49,6° Grad die zweitheisseste Stadt der Welt, direkt hinter Yanbu in Saudi-Arabien, wo die Temperatur 50 Grad erreichte.

63'000 Menschen bei Bordeaux vorsorglich evakuiert

Die Waldbrände an der französischen Westküste halten an. Rund 63'000 Menschen wurden vorsorglich evakuiert. Hunderte Touristen vom Campingplatz des Ortes Le Porge mussten ein Notquartier in einer Halle im unweit gelegenen Lège-Cap-Ferret beziehen. Am Donnerstagabend breitete sich ein weiterer Brand im Bereich des Ortes Biscarrosse südlich von Bordeaux aus – dort wurden 5000 Menschen evakuiert. Der Brand hat sich bereits auf einer Fläche von 4800 Hektar ausgedehnt und sich erst auf den Ort Le Porge und dann auf Lège-Cap-Ferret zubewegt. In Südfrankreich flammte unterdessen im bergigen Hinterland nordöstlich von Marseille rund um den Ort Pontevès ein Waldbrand wieder auf, den die Einsatzkräfte zwischenzeitlich einigermassen in den Griff bekommen hatten.

Waldbrände auf Sizilien weiten sich aus

Die Feuer auf Sizilien werden nach Angaben der Rettungsdienste durch den heissen Wüstenwind Scirocco angefacht, der aus dem nahegelegenen Afrika übers Mittelmeer auf Italiens grösste Insel gelangt. Die Feuerwehr war an verschiedenen Orten mit vielen Kräften im Einsatz. Mehrere Strassen sind blockiert. In der Gemeinde Santo Stefano im Hinterland der Inselhauptstadt Palermo wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht, weil die Flammen zu nah an der Ortschaft waren. In Palermo selbst fiel in der Nacht mehrfach der Strom aus. Über mehreren Vierteln der Grossstadt hingen dichte Rauchwolken. Zudem leiden viele Menschen unter der Hitze. Am Mittwoch wurden Temperaturen von mehr als 37 Grad gemessen, am Tag zuvor waren es in Palermo sogar 42 Grad. Von der Hitzewelle ist auch Italiens zweitgrösste Insel Sardinien betroffen. Auch dort wüten mehrere Waldbrände.

Evakuation wegen Waldbrand bei Bordeaux

An der französischen Atlantikküste bei Bordeaux sind Tausende Touristen wegen eines Waldbrandes vorsorglich evakuiert worden. Der in der Nähe der Ortschaft Saumos ausgebrochene Brand hat sich bereits auf einer Fläche von 800 Hektar ausgedehnt. Der Brand wird mit einem Grossaufgebot von 500 Feuerwehrleuten, vier Löschflugzeugen und 150 Einsatzfahrzeugen bekämpft. Bisher ist gemäss Behördenangaben niemand verletzt worden. Aus Sicherheitsgründen ordnete die Präfektin des Departements Gironde umfangreiche Evakuierungen an. Rund 700 Bewohnerinnen und Bewohner mussten zwei Stadtteile des Ortes Le Porge verlassen, der dortige Campingplatz «La Grigne» mit rund 3500 Gästen wurde geräumt. Die Betroffenen wurden zum nahegelegenen Ferienort Lacanau dirigiert. Auch ein Strand von Le Porge, wo sich rund 600 Fahrzeuge befanden, wurde evakuiert.

Lage in Spanien spitzt sich zu

Ein seit Donnerstag 60 Kilometer nordöstlich von Madrid wütendes Feuer breitet sich schnell aus. Inzwischen sind 26’000 Hektar verbrannt. In der Waldbrandregion mussten inzwischen rund 1200 Menschen aus 30 gefährdeten Ortschaften evakuiert werden. Vor allem der starke Wind von rund 50 Kilometern pro Stunde fache die Flammen bisher immer wieder an. Die Feuerwand fresse sich mit einer Geschwindigkeit von teilweise vier Kilometern pro Stunde voran, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE.

Wassernotstand auf sieben griechischen Inseln

Auf sieben griechischen Inseln herrscht akuter Süsswassernotstand. Betroffen sind die Ägäis-Inseln Tinos, Alonissos, Astypalea, Karpathos, Leros, Patmos und Symi. Besonders angespannt ist die Lage auf Astypalea. Nach Einschätzung von Experten ist die Wasserknappheit das Ergebnis mehrerer Faktoren. Einerseits fallen die Niederschläge seit Jahren geringer als üblich aus, gleichzeitig bewirken Hitzewellen und steigende Temperaturen eine höhere Verdunstung. Und während der Sommermonate vervielfacht sich auf vielen Inseln der Wasserverbrauch durch Hotels, Ferienunterkünfte, Pools und Gastronomie.