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Der Druck auf die Swiss lässt nicht nach: Trotz solider Geschäftszahlen sieht sich die Airline gezwungen, weitere Sparmassnahmen umzusetzen. Bild: Swiss

Swiss will Bodenpersonal loswerden

Die Swiss verschärft ihren Sparkurs: Nach freiwilligen Abgängen bei der Kabinencrew sollen nun auch beim Bodenpersonal Stellen reduziert werden. Gleichzeitig sorgen strengere Regeln bei Krankmeldungen für Verärgerung.

Die Swiss steht unter Druck. Trotz gutem Quartalsergebnis muss der Schweizer Nationalcarrier weiter sparen. Im März wurde bekannt, dass das Kabinenpersonal mithilfe einer attraktiven Abgangsprämie von 15'000 Franken verkleinert werden soll (Travelnews berichtete).

Wie in einem Interview der «NZZ» mit dem Swiss-CEO Jens Fehlinger zu lesen ist, konnte der sogenannte «Überbestand» mit den finanziellen Anreizen und entsprechend freiwilligen Abgängen tatsächlich erreicht werden. Laut Fehlinger werden rund 140 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter das Unternehmen verlassen.

Ausweitung der Sparmassnahmen

«Wir sparen aus einer Position der Stärke heraus», erklärt der Swiss-Chef die Freiwilligkeit. Freiwillig sollen nun auch 10 Prozent des administrativen Bodenpersonals kündigen. Für diese Mitarbeitenden gebe es aber keine Abgangsprämie, sondern beispielsweise Anreize wie 20 Prozent des eingesparten Basissalärs, wenn man unbezahlte Ferien beziehe, so Fehlinger.

Der Kostendruck in der Branche steigt stetig. Obwohl die Swiss profitabel sei, hätten manche Konkurrenten sie bei der Profitabilität überholt. «Wir reden nicht über Entlassungen, sondern ausschliesslich über freiwillige Abgänge. Darum sind die 10 Prozent ein gesundes Mass», erklärt Fehlinger.

25 Prozent mehr Krankmeldungen

Beim verbleibenden Kabinenpersonal kommt es zudem zu strengeren Regeln, wie «Blick» schreibt. Laut der Swiss gebe es «vermehrt auffällige Kurzzeitabsenzen» und ein Plus von 25 Prozent bei Kurzzeitkrankmeldungen im zweiten Halbjahr 2025, speziell an Wochenenden.

Deshalb müssen Cabin Crew Member neu bereits ab dem dritten Krankheitstag ein Arztzeugnis einholen. Die Entscheidung basiere «auf einer längerfristigen Beobachtung der Entwicklung der Kurzzeitkrankmeldungen und deren Auswirkungen auf unsere operative Stabilität».

Die Entscheidung sorgt bei der Kabinengewerkschaft Kapers für Verärgerung. Dadurch würden Krankmeldungen faktisch erschwert und die Schwelle, trotz Symptomen zu fliegen, werde höher. Zudem koste ein Hausarztbesuch 140 Franken, was die ohnehin niedrigen Löhne der Cabin Crew Members zusätzlich belaste.

(TN)