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Viele Schweizer Reisende sind verunsichert. Das macht sich bei den Buchungen für den Sommer bemerkbar. Bild: Adobe Stock

Das sagt der Schweizer Reise-Verband zur Buchungsflaute

Reto Suter

Der Iran-Krieg belastet die Schweizer Reisebranche. Fehlende Umsteigeverbindungen über die Drehkreuze in der Golfregion und die Sorge vor Kerosinengpässen machen den Reisebüros das Leben schwer. Auch beim Schweizer Reise-Verband (SRV) schrillen die Alarmglocken. Hinter den Kulissen wächst der Druck.

Eine Umfrage von Travelnews in der Deutsch- und Westschweiz hat gezeigt: In vielen Reisebüros läuft es 2026 nicht nach Wunsch. Besonders der Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit in der Branche.

Die eingeschränkten Umsteigeverbindungen über die Golf-Drehkreuze sowie Berichte über Kerosinengpässe belasten das Geschäft. Hinzu kommt ein nochmals deutlicherer Rückgang bei den USA-Buchungen als bereits im Vorjahr.

Von diesen Alarmsignalen hört auch der Schweizer Reise-Verband (SRV). «Unsere Mitglieder berichten von einer gewissen Zurückhaltung und Verunsicherung seitens der Kundinnen und Kunden», sagt SRV-Geschäftsführerin Andrea Beffa auf Anfrage.

Es gebe aktuell viele Rückfragen, und der Beratungsaufwand sei entsprechend hoch. «Insbesondere für die Sommerferien liegen die Buchungen derzeit noch unter dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig stellen wir fest, dass der Herbst bereits wieder erfreulich gut gebucht wird», so Beffa.

Die Entwicklung in den kommenden Wochen werde entscheidend sein. «Wir bleiben optimistisch, dass kurzfristig noch vermehrt Buchungen für die Sommerferien eingehen werden.»

SRV weibelt in Bern

Mit der angespannten Lage steht die Schweizer Reisebranche nicht allein da. In Deutschland und Österreich präsentiert sich die Situation ähnlich – teilweise sogar noch schwieriger. In Österreich hat die Branche bereits mit einem offenen Brief an die Regierung reagiert und konkrete Unterstützungsmassnahmen gefordert. Auch das Thema Kurzarbeit steht dort im Raum.

So weit ist es in der Schweizer Reisebranche noch nicht – auch wenn einzelne Reiseprofis ein solches Vorgehen durchaus begrüssen würden, wie zu hören ist. «Der SRV ist seit der Pandemie sehr gut politisch vernetzt. Auch im aktuellen Kontext führen wir Gespräche mit verschiedenen Stellen», erklärt Geschäftsführerin Andrea Beffa.

Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs stehe der Verband in regelmässigem Austausch mit dem Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), um die Lage laufend zu beurteilen und relevante Informationen für die Branche zu bündeln. Konkret geht es dem SRV vor allem um die aktuellen Reisehinweise des EDA.

«Für die Reisebranche wäre es in erster Linie wichtig, dass wir, sofern es die Sicherheitslage zulässt, wieder aktiv Reisen, insbesondere Transitverbindungen über die wichtigen Drehkreuze im Nahen Osten anbieten können», so Beffa.

«Auch in Hinblick auf die veränderte Situation in unseren Nachbarländern Deutschland und Österreich sind wir dabei, die Situation für die Schweiz zu analysieren und stehen in engem Austausch mit dem EDA, mit rechtlichen Expertinnen und Experten sowie mit Versicherungen und sind mit Hochdruck dabei, fundierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.»