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Touristiker-Treff in Gstaad – die besten Bilder
Reto SuterIn welcher Branche gibt es das sonst noch in dieser Form? Dertour Suisse lädt Jahr für Jahr zu einem zweitägigen Seminar fernab des Alltags. Dabei setzt der inzwischen grösste Schweizer Reiseveranstalter bewusst auf Austausch auf Augenhöhe statt auf distanzierte Frontalbeschallung.
Die Wege sind kurz, die Hierarchien flach: Beim Abendessen eine Sorge direkt bei CEO Stephanie Schulze zur Wiesch platzieren? Kein Problem. Beim Kaffee nachhaken, warum es bei Kontiki Reisen manchmal etwas länger dauert mit der Offerte? Geschäftsführer Bruno Bisig liefert die Antwort. Und zwischen Spiegelei und Gipfeli erklärt Nicole Rosenberg bei Bedarf, wie die Integration von Travelhouse konkret voranschreitet.
Volles Haus, viel Input
Dass dieses Format ankommt, bestätigte die Ausgabe 2026 eindrücklich: Rund 80 Reiseprofis aus der Deutschschweiz fanden sich im Huus Gstaad im Berner Oberland ein. Die Anziehungskraft des Treffens lässt sich auch an Einzelfällen messen. Etwa an Jolanda Picenoni von Glisenti Travel in St. Moritz, die für die Teilnahme über sechs Stunden mit dem ÖV anreiste.
Inhaltlich bot das Programm am vergangenen Donnerstag und Freitag einen dichten Mix aus Information und Inspiration. Stephanie Schulze zur Wiesch erläuterte die Integration von Hotelplan in die Dertour-Welt, unterstützt von Kolleginnen und Kollegen aus der erweiterten Führungsriege. Charmant und souverän führte Moderatorin Nicole Simmen durch den zweitägigen Event.
Auch kurze Präsentationen von wichtigen Partnern durften nicht fehlen, um den Reiseprofis neue Impulse für die kommenden Verkaufsgespräche zu liefern. Mit dabei waren United Airlines, die Lufthansa Group, Mosaic Tourism Consulting, Niyama, Oceania Cruises, Finolhu Seaside Collection Maldives und Ananatara.
Höhepunkt war der Auftritt von Marcel Hug, der zu den erfolgreichsten Rollstuhlsportlern der Welt gehört. Der Paralympics-Sieger, Weltmeister und Gewinner bedeutender Stadtmarathons sprach über seinen Weg an die Weltspitze.
Dabei ging er auf seine Motivation, seinen Trainingsalltag und den Umgang mit Rückschlägen ein. Mit seiner authentischen Art und klaren Botschaften gelang es ihm, das Publikum von Beginn an zu fesseln
Nach einem Steh-Lunch am Freitagmittag ging es für die Reiseprofis zurück nach Hause. Teilweise müde, weil es am Vorabend an der Bar etwas länger geworden war. Aber für alle mit einem guten Gefühl. Der Touristiker-Treff erwies sich erneut als Mehrwert, für den man auch eine längere Anreise gerne in Kauf nimmt.