Future

Gate A16 am Flughafen Frankfurt ist komplett neu gestaltet – als Reallabor. Alle Bilder: Fraport

Das ist neu am Gate of the Future

Am Frankfurter Flughafen erproben die Lufthansa und der Flughafenbetreiber Fraport das «Gate of the Future». Das Pilotprojekt am Abflug-Gate A16 bricht mit alten Standards. Das sind die vier Neuerungen.

Kein stundenlanges Anstehen vor verstaubten Schaltern, keine unübersichtlichen Durchsagen und schroffe Wartebänke: Wer neuerdings im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt am Gate A16 auf seinen Abflug wartet, findet sich in einer völlig veränderten Szenerie wieder.

Lufthansa und Fraport haben dort am Dienstag, 27. Oktober, das «Gate of the Future» offiziell in Betrieb genommen. Es dient als Reallabor, um zukunftsfähige Boarding-Abläufe und neue Servicekonzepte direkt im laufenden Flugbetrieb zu testen.

Der Fokus des Reallabors liegt auf vier wesentlichen Neuerungen:

1. Vom festen Schalter zur mobilen Betreuung

Die wohl prägnanteste Veränderung betrifft das Boarding-Personal. Der klassische, raumgreifende Gate-Counter gehört weitgehend der Vergangenheit an und wurde auf einen einzigen Arbeitsplatz reduziert. Stattdessen bewegen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frei im Wartebereich und gehen aktiv auf die Passagiere zu.

Ausgestattet mit modernen Tablets – auf denen verschiedene Boarding-Systeme unter einer Benutzeroberfläche gebündelt sind – hilft das Team direkt vor Ort bei Umbuchungen, Sitzplatzwünschen, Upgrades oder allgemeinen Fragen. Selbst automatische Gate-Durchsagen lassen sich über die Mobilgeräte zentral und flexibel steuern.

Das Boarding-Personal ist am Gate mit Tablets unterwegs.

2. Information in Echtzeit & QR-Services

Um den Informationsfluss für Fluggäste zu verbessern, wurden grossflächige Wandmonitore sowie 360-Grad-Displays installiert. Diese zeigen Abflugzeiten, den genauen Boarding-Status, Hinweise zum Handgepäck und spontane Gate-Wechsel in Echtzeit an. Zudem können Passagiere über aufgedruckte QR-Codes direkt auf die digitalen Self-Services und die Lufthansa-App zugreifen.

3. Lounge-Atmosphäre statt karger Bänke

Auch optisch hat der Wartebereich ein umfassendes Redesign erfahren. Bequeme Sofas, stilvolle Kunstwerke und eine durchdachte Inneneinrichtung erzeugen eine Atmosphäre, die eher an eine Premium-Lounge als an einen regulären Gate-Bereich erinnert. Für Geschäftsreisende stehen zudem «Working Cubes» bereit – abgeschirmte, flexible Arbeitskabinen, die Privatsphäre und Ruhe bieten.

4. Entwurf für den Hub Frankfurt

Mit dem Testlauf am Flugsteig A16 wollen beide Partner herausfinden, welche Angebote von den Fluggästen am besten angenommen werden. Die gesammelten Erfahrungen sollen anschliessend als Entscheidungsgrundlage dienen, um erfolgreiche Elemente schrittweise an weiteren Gates und in anderen Terminalbereichen auszurollen. Einen festen Zeitplan für eine flächendeckende Implementierung nannten die Unternehmen noch nicht.

Fliegen von Frankfurt (FRA) in die Zukunft (FTR) und haben das neue Gate A16 am Flughafen Frankfurt vorgestellt: Dietmar Focke (Chief Operating Officer der Fraport AG, links) und Francesco Sciortino (Mitglied des Bereichsvorstands Lufthansa Airlines und Hubmanager Frankfurt).

«Die Zukunft des Reisens entsteht nicht im Labor, sondern im laufenden Betrieb», betonte Dietmar Focke, Chief Operating Officer der Fraport AG, bei der gestrigen Vorstellung des neuen Gates. Und Francesco Sciortino, Mitglied des Bereichsvorstands von Lufthansa Airlines, ergänzte: «Premium gilt für uns nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden. Am Gate A16 erleben unsere Gäste, wie zukunftsfähige Abläufe den Start ihrer Reise angenehmer und effizienter machen.»

(GWA)