Future
Aufgepasst beim Greenwashing!
Bei Aussagen, die mit «klimaneutral» oder «umweltfreundlich» gespickt sind, gilt es künftig vorsichtig umzugehen. Denn ab dem 27. September 2026 gilt eine neue EU-Richtlinie, die auch Schweizer Unternehmen indirekt betrifft, sollten sie nämlich mit Konsumenten im EU-Raum kommunizieren.
Die Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo) stellt hohe Anforderungen an die Präzision und Nachweisbarkeit von Umweltversprechen – auch für die Reisebranche. Bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen könnten Klagen drohen, sollten die Aussagen nicht richtig sein.
Der SRV rät seine Mitglieder zur Vorsicht und hat die EmpCo-Richtlinien unter diesem Link zusammengestellt. Mit ein Punkt: auch Social-Media-Kanäle von Schweizer Unternehmen sind von der Regelung betroffen, sollten EU-Bürgerinnen und EU-Bürger technisch von einer Buchung nicht ausgeschlossen sein. Das rein passive Argument «Die Plattform zeigt es eben allen an» schützt rechtlich vermutlich nicht, hält der SRV fest.
Offizielle Zertifikate gefordert
Pauschale Begriffe wie «nachhaltig», «umweltfreundlich», «klimaneutral» oder «grün» können künftig also nicht mehr ohne Weiteres verwendet werden. Beispiel: Statt «umweltfreundliches Hotel» muss transparent informiert werden: zum Beispiel «80 % des Stroms stammen aus eigener Photovoltaik, Lebensmittel beziehen wir zu 100 % von regionalen Bio-Höfen im Umkreis von 30 km».
Unzulässig sind unter anderem Aussagen wie «nachhaltiges Resort», «umweltfreundlicher Flug», «grüne Destination», «ökologische Hotelanlage» oder Klimaneutral-Versprechen durch reine Kompensation. Auch visuelle Kommunikation mit grünen Bildern, Blatt-Icons, etc. darf nicht mehr alleinstehend sein. Es müssen zusätzlich offizielle Zertifikate verwendet werden, welche überprüfbar sind. Somit steigen mit der EmpCo-Richtlinie die Anforderungen an die Nachhaltigkeitskommunikation. Entscheidend ist künftig, dass Aussagen konkret, nachvollziehbar und belegbar sind.
EU-Reiseunternehmen blicken der neuen Regelung mit einiger Skepsis entgegen. Der Deutsche Reiseverband wiederum findet, dass EmpCo jenen Unternehmen auch Chancen bietet, die die Nachhaltigkeit glaubwürdig in ihrem Geschäftsmodell verankert haben.