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Keine sonnigen Aussichten beim Golf-Carrier: Die Insolvenz von Air Berlin und Alitalia reissen Etihad tief in die roten Zahlen. Bild: HO

Etihad muss Milliardenverluste verkraften

Die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi hat im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Dollar verloren. Dies hat unter anderem auch mit den Insolvenzen von Air Berlin und Alitalia zu tun.

Der Golf-Carrier hat 2017 erneut einen Milliardenverlust eingeflogen: Neben gestiegenen Treibstoffkosten belasteten zudem die massiven Ausfälle, die durch das Aus von Air Berlin und die Insolvenz der noch vom italienischen Staat künstlich in der Luft gehaltenen Alitalia ausgelöst wurden. Wegen des eingeleiteten Sparprogramms konnte Etihad Airways den Verlust im Kerngeschäft um knapp ein Viertel auf 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,3 Mrd Euro) reduzieren, wie der Staatskonzern am Donnerstag in Abu Dhabi mitteilte.

Etihad war mit ihrer Strategie gescheitert, sich durch die Beteiligung an anderen Airlines vor allem in Europa ein Zubringernetz aufzubauen. Die Gesellschaft versucht seither ihre Kosten in den Griff zu bekommen. Sie will ihr Streckennetz umbauen und stellt ihre Flugzeugbestellungen auf den Prüfstand. Acht Ziele hat die Airline bereits gestrichen. Der frühere Konzernchef James Hogan musste wegen der gescheiterten Beteiligungsstrategie bereits seinen Hut nehmen.

Die Gesellschaft gehört zur Etihad Aviation Group, in der auch die Beteiligungen an anderen Airlines gebündelt sind. Nach der Pleite von Air Berlin im vergangenen Jahr prüft Insolvenzverwalter Lucas Flöther, den arabischen Konzern auf Schadenersatz zu verklagen, weil dieser frühere Finanzierungszusagen gegenüber Air Berlin im August kurzerhand gestrichen hatte. Noch im April 2017 hatte der Grossaktionär der angeschlagenen Airline in einem «Letter of Support» weitere Unterstützung für mindestens 18 Monate zugesagt.

Etihad kämpft auch im Kerngeschäft mit Verlusten. Für 2016 und 2017 summiert sich der bereinigte Fehlbetrag nun auf 3,5 Milliarden Dollar. Die Erlöse stiegen im abgelaufenen Jahr um gut drei Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar. Dabei beförderte die Airline mit 18,6 Millionen Passagieren etwa genauso viele wie im Vorjahr. Die Maschinen waren mit 78,5 Prozent etwas weniger gut gefüllt. Etihad-Chef Tony Douglas zufolge hat die Gesellschaft bei der Senkung ihrer Kosten Fortschritte gemacht. Die Durchschnittserlöse seien im letzten Quartal um neun Prozent gestiegen. Dies deutet auf höhere Ticketpreise hin.

(AWP)