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Neues Ungemach für die Insolvenzverwalter der Air Berlin. Bild: TN

No, no, so geht das nicht, Air Berlin

Die spanische Justiz annulliert 43 von der Air Berlin ausgesprochene Entlassungen. Und das Air-Berlin-Überbleibsel Topbonus wird liquidiert.

Schlechte Nachrichten für die Insolvenzverwalter von Air Berlin: Der Staatsgerichtshof in Madrid hat die kollektive Kündigung von 43 ehemaligen Mitarbeitern der im Herbst 2017 vom Markt verschwundenen deutschen Airline ausser Kraft gesetzt.

Wie die zuständige Gewerkschaft USO am Donnerstag mitteilte, gab das Gericht als Grund unter anderem an, dass Air Berlin die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Deutschland, aber nicht in Spanien beantragt habe. Die Leitung der Fluggesellschaft habe den Mitarbeitern zudem wichtige Informationen vorenthalten, hiess es. Die Gewerkschaft hatte die Kollektivklage der 43 Ex-Mitarbeiter des Call Centers von Air Berlin in Spanien eingereicht.

Der grösste Teil der Betroffenen (41) arbeitete auf Mallorca. Nach dem Urteil der «Audiencia Nacional» müssen die Insolvenzverwalter allen in November entlassenen Beschäftigten die seitdem ausgefallenen Gehälter nachzahlen. Die ehemaligen Mitarbeiter müssten ausserdem wieder eingestellt werden, hiess es. Da es aber keine Arbeitsstätte in Spanien mehr gebe, bedeute das in der Praxis, dass die Ex-Mitarbeiter mit einer deutlich höheren Entschädigung rechnen könnten, so die USO. Bei der Massenkündigung hatten sie die staatlich vorgeschriebene Mindestentschädigung von 20 Tageslöhnen pro Jahr Betriebszugehörigkeit erhalten. Jetzt stehe ihnen eine Entschädigung von 45 Tageslöhnen pro Jahr zu.

Knapp vierzig Jahre nach ihrer Gründung ging Air Berlin im August 2017 pleite. Dank eines Kredits des Bundes konnte die Airline den Betrieb aber bis zum 17. Oktober fortsetzen.

Ende des Vielflieger-Programms

Der Insolvenzverwalter des Air-Berlin-Meilenprogramms Topbonus sieht kaum Chancen, das Unternehmen noch zu retten. Vielflieger konnten über das Programm Bonusmeilen für Prämien oder Gratisflüge sammeln. Die Punkte können schon länger nicht mehr eingelöst werden. Nun steht auch ein geplanter Verkauf vor dem Aus, wie Insolvenzverwalter Christian Otto am Freitag mitteilte.

Der Investor, der bereits einen Kaufvertrag unterschrieben habe, könne die nötige Finanzierung bisher nicht aufbringen, teilte Otto mit. Die Aussicht, dass er doch noch zahle, sei gering. Zuvor hatte «fvw» darüber berichtet.

Bis zuletzt habe es auch keinen anderen Kaufinteressenten gegeben. Deswegen habe er den Geschäftsbetrieb vorsorglich stillgelegt, teilte Otto mit. Rund 20 Mitarbeitern am Standort Berlin wurde gekündigt. Wäre Topbonus verkauft worden, hätten Kunden eventuell schneller Geld zurückbekommen, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters.

Das Topbonus-Programm hatte seinen Angaben zufolge rund 4,3 Millionen Kunden. Seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang April können sie ihre Punkte nicht mehr einlösen. Sie können verlorene Punkte aber als Forderung im Insolvenzverfahren geltend machen. Topbonus hatte 2017 nach der Air-Berlin-Pleite ebenfalls Insolvenz angemeldet

(AWP/TN)