Flug
Chinesische Konkurrenz lässt Boeing aufhorchen
Bislang konnte in Sachen Mittelstreckenflieger keiner den beiden Grosskonzernen Boeing und Airbus das Wasser reichen. Doch nun heizt ein neuer Player den Marktführern ein: Der chinesische Hersteller Comac. Flugzeugtyp C919 soll den Fluggesellschaften beim Kabinenaufbau mehr Flexibilität geben, umweltfreundlicher sein und den Passagieren mehr Komfort bieten. 174 Reisende sollen in den Mittelstreckenflugzeugen Platz finden. Comac verwendet Triebwerke aus dem Westen, die in ähnlicher Form auch die Flugzeuge der Mitbewerber antreiben. Damit sieht Comac sein Modell als klare Konkurrenz zur erfolgreichen 737 von Boeing und zum A320 von Airbus.
Boeings Verkaufschef Ray Conner sagte zur Zeitung "Puget Sound Business Journal", dass sich Boeing gerade bei der Flexibilität der Kabinenausstattung verbessern wolle. Weiter plane Boeing in Sachen Sparsamkeit und Design, Comac einen Schritt voraus zu sein.
Logistische Vorteile haben die beiden Grossen auf jeden Fall bei Lieferung, Wartung und Reparatur. Nichtsdestotrotz konnte Comac bereits 517 Exemplare an 21 verschiedene Abnehmer verkaufen. Der Grossteil der Käufer stammt allerdings aus China. Aus dem Ausland kauften bislang die amerikanische Leasing-Firma Gecas 20 Jets während sich die thailändische Fluglinie City Airways 10 Stück sicherte. Da der Jet ähnlich viel wie die Modelle der westlichen Hersteller bietet, aber deutlich billiger ist, dürfte das neue Flugzeug vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern Erfolg haben.