Flug
AirBerlin hebt zum letzten Mal ab
Am Freitagabend stellt die insolvente Fluggesellschaft Air ihren Flugbetrieb ein. Offiziell als letzten Flug legte Air Berlin eine Maschine vom Typ Airbus A320 fest, die planmässig um 21.35 Uhr in München startet und um 22.45 Uhr in Berlin-Tegel landet.
Auf diesen Flug ist auch der langjährige Unternehmenschef Joachim Hunold gebucht, der Air Berlin von 1991 bis 2011 führte und in dieser Zeit zur Nummer zwei in Deutschland machte. Das schnelle Wachstum wurde aber zum Problem für das Unternehmen.
Wer kauft die 25 letzten Maschinen: Easyjet oder Condor?
Knapp wird die Zeit für eine Einigung für die Übernahme von etwa 25 Flugzeugen mit einem der beiden letzten Bietern: AirBerlin verhandelt nun parallel mit Easyjet und Condor.
Eine Lösung wurde für die Techniksparte von Air Berlin gefunden, die Standorte in Berlin, Düsseldorf und München hat. Eine Bietergemeinschaft der Wartungsfirma Nayak und des Berliner Logistikers Zeitfracht. Rund 300 Mitarbeiter würden übernommen. «Für die weiteren rund 550 Mitarbeiter steht eine Transfergesellschaft zur Abfederung sozialer Härten bereit», hiess es.
70 bis 80 Prozent der Mitarbeiter sollen übernommen werden
Anders sieht das für 1200 Verwaltungsangestellte aus, die überwiegend in Berlin sitzen. Deren Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt gilt als schwieriger als die von Piloten und Flugbegleitern. Die Berliner Landesregierung hatte nach Gesprächen am Mittwoch finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt.
Der Generalbevollmächtigte im Insolvenzverfahren bei Air Berlin, Frank Kebekus, sieht trotz der ungewissen Zukunft vieler Beschäftigter Chancen auch für die nicht übernommenen Mitarbeiter. «Wir gehen davon aus, dass wir 70 bis 80 Prozent der Arbeitsplätze überleiten können», sagte er am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin».
Sinkende Passagierzahlen an den Berliner Flughäfen erwartet
Nach dem Abschied von Air Berlin vom Luftverkehrsmarkt rechnen die Berliner Flughäfen vorübergehend mit sinkenden Passagierzahlen. Wie im September dürften am Standort Berlin-Tegel auch in den Monaten Oktober, November und Dezember etwas weniger Fluggäste abgefertigt werden, sagte der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Fürs Gesamtjahr sei dennoch ein Rekord von etwa 34 Millionen Passagieren auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld zu erwarten, das wäre gut eine Million mehr als 2016. Lütke Daldrup rechnet damit, dass «in wenigen Wochen» alle Start- und Landerechte für Berlin wieder vergeben sind.