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Ryanair und Co. spielt die Monarch-Pleite in die Karten. Bild: Youtube.

Airlines profitieren von Monarch-Pleite

Des einen Leid ist des anderen Freud: Die Einstellung des Flugbetriebs der britischen Airline Monarch spielt den europäischen Wettbewerbern in die Karten.

Die Insolvenz der britischen Airline Monarch liess am Montag die Aktien der europäischen Airlines in die höhe schnellen. «Mit Monarch verschwindet die nächste Fluggesellschaft von der Bildfläche, was den etablierten Airlines in die Karten spielt», sagte ein Händler. Marktanalyst Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital wies darauf hin, dass inzwischen nur noch fünf wirklich grosse Fluggesellschaften das Geschehen am Himmel über Europa bestimmten: Ryanair , Lufthansa, IAG , Air France-KLM und Easyjet. Die grossen kapitalkräftigen Airlines wie Lufthansa profitierten von dem sich verkleinernden Wettbewerb gerade bei den Billig-Airlines.

Die Probleme von Airlines wie Monarch, Alitalia und Air Berlin seien symptomatisch für Überkapazitäten und zu aggressive Preise. Das Angebot an verfügbaren Sitzplätzen nehme nun ab, sodass die Airlines ihre Auslastung verbessern könnten. Trotz Preisdrucks sollte dies der Profitabilität helfen. Insofern sei das Aus für Monarch nach 50 Jahren Flugbetrieb für andere Fluggesellschaften eine gute Nachricht.

Ryanair und Easyjet profitieren von Streckennetz-Überlappungen

In Deutschland bewege sich die Lufthansa angesichts der absehbaren Übernahme grosser Teile der Air Berlin in «Richtung Monopol», so ein Börsianer. «Kurz- bis mittelfristig sollte die Lufthansa ihre dominante Marktstellung im deutschen Luftverkehr festigen», urteilte Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg. Erst vor wenigen Tagen hatte der Lufthansa-Aufsichtsrat Investitionen in Höhe von rund einer Milliarde Euro zum Kauf von 61 Flugzeugen aus dem Bestand von Air Berlin freigegeben.

Die Aktien der zuletzt gebeutelten irischen Ryanair rückten in London um 3,87 Prozent vor. Die Airline war zuletzt heftig in die Kritik geraten, nachdem sie in zwei Schüben mehrere Tausend Flüge in den kommenden Monaten gestrichen hatte. Als Grund hatte Ryanair Fehler bei der Erstellung von Dienstplänen angegeben. Für die Titel des Rivalen EasyJet ging es am Montag um 5,18 Prozent hoch. Laut den Analysten des britischen Investmenthauses Liberum gibt es beim Streckennetz von Monarch, Easyjet und Ryanair deutliche Überlappungen, wovon Easyjet und Ryanair nun profitieren sollten.

(AWP)