Flug
Gesichtserkennung: Pilotbetrieb geht los
Zusammen mit der Kantonspolizei Zürich hat der Flughafen Zürich am Mittwoch den neuen Grenzkontrollprozess vorgestellt. Für die Passkontrolle bei der Lokaleinreise sind neu acht automatisierte Schleusen in Betrieb. Bei einer automatisierten Passkontrolle übertritt ein Passagier selbständig die Schengengrenze, indem die biometrischen Daten des Passes genutzt werden.
Der Passagier – aus dem EU-Raum und über 18 Jahre alt – legt seinen biometrischen Pass auf einen Scanner. Das System checkt, ob der Passbesitzer zur Fahndung ausgeschrieben ist und ob das Dokument gestohlen oder gefälscht ist. Wenn alles ok ist, leuchtet ein grünes Licht auf, und die Schleuse öffnet sich. Die Person tritt nach vorne vor eine Kamera und diese misst sein Gesicht aus und vergleicht die Daten mit denen auf dem Pass. Wenn die Schleusen verschlossen bleiben, greift die Polizei ein.
Begründet wird die Einführung des neuen Prozesses damit, dass das Reisen für Passagiere effizienter werden soll. Aufgrund der stetig steigenden Passagierzahlen übersteige die Passkontrollhalle am Flughafen Zürich zu Spitzenzeiten ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb baut nun die Flughafenbetreiberin die Passkontrollhalle um und schafft zusätzlichen Platz für Kontrolleinheiten und Passagiere.
Die automatisierte Passkontrolle am Flughafen Zürich ist für Passagiere freiwillig. Die bedienten Passkontrollschalter können weiterhin genutzt werden. Der Umbau der Passkontrollhalle wird voraussichtlich Mitte Jahr 2018 abgeschlossen sein. Bis dahin werden auch Erfahrungen mit der automatisierten Passkontrolle in der Lokaleinreise gesammelt und ausgewertet. Je nach Ergebnis werden ebenfalls bis Mitte 2018 fünf weitere automatisierte Schleusen für die Ausreise eingebaut.
Die Kosten für die Erweiterung der Passkontrollhalle und die Installation der zusätzlichen Schalter und Schleusen belaufen sich auf rund acht Millionen Schweizer Franken. Diese Kosten werden von der Flughafenbetreiberin, dem Kanton Zürich und dem europäischen Fonds für die innere Sicherheit (ISF Fonds) gemeinsam getragen.
Dass sich der Flughafen Zürich mit der automatisierten Gesichtserkennung auf einem heiklen Gebiet bewegt, hat travelnews.ch neulich kommentiert.