Flug

Easyjet will nicht so recht: Weitere Air-Berlin-Interessenten können sich wieder in die Gespräche einschalten.

Air-Berlin-Vertrieb beruhigt Kunden

Obwohl sich Air Berlin um staatliche Bürgschaften bemüht, müssen Passagiere nach Auskunft der Fluggesellschaft nicht um die Gültigkeit ihrer gekauften Tickets bangen.

«Die Tickets sind sicher. Die Kunden können beruhigt bei uns buchen», sagte Air-Berlin-Vertriebsvorstand Götz Ahmelmann am Wochenende. «Die Buchungszahlen sind stabil. Die Flugzeuge sind gut gefüllt. Es hat sich für uns operativ und finanziell nichts geändert.»

Wegen Mängeln bei der Flugplanung und beim Umbau der Flotte fallen bei Air Berlin seit Wochen Flüge aus und es gibt immer wieder grosse Verspätungen. Am Donnerstag hatte die Fluggesellschaft mitgeteilt, bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Voranfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags gestellt zu haben. Offen blieb, um welche Summe es dabei gehen könnte. Eine mögliche Bürgschaft für die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft ist hochumstritten. Ein «tragfähiges Zukunftskonzept» sei die Mindestvoraussetzung für die Gewährung einer solchen Hilfe, machte das Bundeswirtschaftsministerium klar.

Hängepartie

Die TUI, Air Berlin und Etihad hatten im Oktober 2016 Pläne für die neue Gesellschaft durch eine Verschmelzung der Tuifly mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki als wichtiges Element für die Sanierung der Air Berlin bekanntgegeben. Aus einem Schreiben der TUI war am Donnerstag aber zu entnehmen: «Etihad strebt offenbar eine Perspektive für das Gesamtunternehmen Air Berlin/Niki an und will Niki nicht länger aus der Air Berlin herauslösen; das ist eine andere Grundlage als das, was Etihad und seine Gesellschafter im Dezember 2016 mit uns vereinbart haben». Damit stünde Niki nicht mehr für die Gründung einer gemeinsamen Airline zur Verfügung.

Darauf reagierten Air Berlin und Etihad Airways am Freitag mit einem Statement. Beide Airlines unterstrichen, dass die Vereinbarung noch immer gelte, alle von Air Berlin gehaltenen Anteile an Niki zu veräussern. Unter Berücksichtigung der Regularien der EU werde der Verkauf zu gegebener Zeit fortgesetzt. «Wir werden weiterhin das Air Berlin Management in seinen Bestrebungen während der Umstrukturierung des Unternehmens unterstützen. Gleichzeitig steht unsere Investition in Niki und wir sind bestrebt, die Transaktion in Kürze abzuschliessen,» sagte Ray Gammell, Interim Chief Executive Officer der Etihad Avation Group.

(AWP)