Flug

Air Berlin musste in den ersten sieben Monaten des Jahres Federn lassen. Bild: TN

Kann der Übergang bitte geordnet erfolgen?

Nach dem geplatzten gemeinsamen Ferienflieger mit TUIfly, richtet die deutsche Gewerkschaft Verdi einen Appell ans Air-Berlin-Management.

Nach dem geplatzten Deal für einen neuen Ferienflieger fordern Gewerkschafter vom Air-Berlin-Management, den Mitarbeitern umgehend und ehrlich die Lage zu beschreiben. «Sie müssen die Beschäftigten informieren, was Fakt ist», sagte die für den Betrieb zuständige Verdi-Sekretärin Anja Schlosser. Im Moment wisse niemand, wohin die Reise gehen soll.

Am Donnerstag war der Plan einer gemeinsamen Ferienfluggesellschaft mit der TUIfly geplatzt, in der Teile der Air Berlin aufgehen sollten. Deren arabischer Grossaktionär Etihad hatte die entsprechenden Verhandlungen mit der TUI überraschend abgebrochen, aber noch kein neues Konzept für seine hochdefizitäre Beteiligung vorgestellt. Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein, ist mit mehr als einer Milliarde Euro verschuldet und hält sich seit langem nur noch mit Finanzspritzen von Etihad in der Luft. Die Lufthansa hat bereits mehrfach ihr Interesse an einer Übernahme bekundet, sofern auch kartellrechtliche Fragen geklärt werden könnten und Air Berlin zuvor entschuldet würde.

Wegen Mängeln bei der Flugplanung und beim Umbau der Flotte fallen bei Air Berlin seit Wochen Flüge aus und es gibt immer wieder grosse Verspätungen. Die Ferienflüge der Air Berlin Group sollten nach Angaben von Etihad auch nach den gescheiterten Gesprächen als separate Geschäftseinheit weitergeführt werden, unter der Marke Niki. Weitere Details dieser Struktur würden «zu gegebener Zeit» von Air Berlin bekanntgegeben.

Gesucht wird nun auch Hilfe aus der Politik. Die Fluggesellschaft stellte bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte in dieser Woche zumindest eine erweiterte Partnerschaft mit der Lufthansa ins Auge gefasst. Verdi warnte, bei einem möglichen Umbau müssten vor allem die Arbeitsplätze erhalten werden. Die Beschäftigten müssten ihre Tarifbindung behalten. Dies sei nur bei einem geregelten Betriebsübergang gewährleistet, der möglicherweise umgangen werden solle: «Wir wollen verhindern, dass sich unsere Leute bei einer neu gegründeten Gesellschaft neu bewerben müssen.» Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte die ungünstige Kostenstruktur bei Air Berlin immer als eines der Haupthindernisse für eine Übernahme bezeichnet.

(AWP)