Flug
Airlines müssen gefährliche Sitze entfernen
Die amerikanische Luftfahrtbehörde, die Federal Aviation Administration (FAA), greift durch: Dieses Mal bei kleineren Flugzeugtypen. Ein bestimmter, relativ schmaler Flugsitz-Typ namens «Slimplus» von Hersteller Zodiac Seats LLC muss in den kommenden fünf Jahren komplett aus den Flugzeugen entfernt werden, wo er derzeit installiert ist. Betroffen sind diverse Airlines, welche die Flugzeugtypen Boeing B717-200, MD90-30, die Bombardier-Typen CRJ700, CRJ900 und Q400 sowie die Embraer E170 und E190 betreiben; die Rede ist von insgesamt 10‘482 Sitzen.
Grund für das Verbot sind potenziell tödliche Halswirbelverletzungen, welche bei theoretisch nicht-tödlichen Flugzeugunfällen durch die Bauart und Konfiguration der Sitze entstehen könnten. Konkret: Beim Abrutschen des Kopfes am Vordersitz bei einer Kollision/Vollbremsung könnte der Kinn am Klapptisch hängenbleiben und so schwere Genickverletzungen auslösen. Die FAA räumt ein, dass bei Modifizierung des Sitzes eine erneute Zulassung möglich wäre.
Die Airlines haben natürlich bereits protestiert: Während die FAA laut «USA Today» davon ausgeht, dass pro Sitz 85 Dollar Kosten für die Ersetzung anfallen (also für alle 10‘000 Sitze rund 900‘000 Dollar), kalkulieren die meisten Airlines ganz anders und sprechen von Kosten in Millionenhöhe. Betroffen sind vor allem SkyWest und Delta Air Lines. Letztere hat aber bereits angekündigt, sich dem Diktat der FAA im Interesse der Sicherheit der Kundschaft zu beugen und die Sitze auszuwechseln.