Flug
Fast 800 Millionen Verlust für Air Berlin
Dass Air Berlin in finanziellen Schwierigkeiten steckt, ist nicht neu. Die Bilanz 2016 der Airline ist allerdings deutlich höher als erwartet. Das angeschlagene Unternehmen machte 781,9 Millionen Euro Verlust, wie die Airline heute Freitag mitteilte. 2015 waren es noch 446,6 Millionen Euro gewesen.
Das Betriebsergebnis (Ebit) ist von -307,0 Millionen Euro auf - 667,1 Millionen Euro eingebrochen. Gründe für das Rekord-Negativergebnis wurden auch angegeben: Dazu gehörten «einmalige Wertminderungen» sowie «Extrakosten für den Konzernumbau» in Höhe von 335 Millionen Euro – nebst gestiegenen Treibstoffkosten und anhaltendem Druck auf die Ticketpreise. Der Umsatz sank von 4,08 Milliarden Euro auf 3,79 Milliarden Euro.
Für Thomas Winkelmann, der die Airline seit Februar führt, gibt es kein Durchschnaufen. Air Berlin schreibt seit Jahren rote Zahlen, trotz Chefwechseln und diversen Resturkturierungen und Sanierungen und Geldeinschüssen des grossen Partners Etihad Airways. Dass ein Grounding imminent sei, weist Air Berlin aber von sich: Das Unternehmen habe genügend Liquidität, um die Restrukturierung fortzusetzen.
Diverse Szenarien
Eine Lösung muss für die kaum überlebensfähige Airline trotzdem schleunigst gefunden werden. Kolportiert werden drei Szenarien:
- Zum einen «Zusätzliche Investoren» – angedacht ist sogar ein Einstieg von Easyjet, weil das britische Unternehmen infolge des Brexit auf Ausschau nach einem Standort innerhalb der EU ist. Dieses Szenario ist aber eher unwahrscheinlich.
- Zum anderen eine Fortsetzung der «Sanierung in Eigenregie» - Flugzeuge wurden ja bereits an Eurowings und AUA ausgelagert, das Ferienfluggeschäft von Niki übernommen. Ob man mit noch 75 Flugzeugen wieder in die schwarzen Zahlen kommt, ist aber unsicher.
- Als letztes und wohl wahrscheinlichstes Szenario gilt die «Übernahme» - wobei als Käufer stets die Lufthansa als erstes genannt wird. Dafür müssten sich aber Lufthansa und Etihad Airways entscheidend näher kommen.