Flug
«Abstrus» und «völlig inakzeptabel»
Reisende der Lufthansa müssen am Freitag wegen des verlängerten Streiks der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erneut mit Hunderten Flugausfällen zurechtkommen. Betroffen seien alle innerdeutschen und Europaflüge respektive mehr als 100'000 Reisende, teilte Lufthansa am Donnerstag mit. Insgesamt würden 830 Flüge gestrichen. Bereits am Mittwoch und Donnerstag sind um 100'000 Passagiere sitzen geblieben und mussten teilweise auf Feldbetten am Flughafen Frankfurt übernachten.
Doch der Streik geht weiter. Auch am Samstag wollen die Piloten im Ausstand bleiben. Es seien alle Langstreckenverbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen, teilte die Gewerkschaft am Donnerstagabend mit.
Die Lufthansa forderte die Piloten erneut zu einer Schlichtung auf. Schon jetzt zahle die Airline ihren Piloten mehr als bei anderen Fluggesellschaften üblich. Das Management sei für mehr als 120'000 Mitarbeiter verantwortlich und wolle den Konzern zukunftsfähig aufstellen, sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister. "Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein." Er bezeichnete dir Forderungen als "abstrus" und "völlig inakzeptabel". Jeder Streiktag koste Lufthansa rund zehn Millionen Euro. Hinzu komme ein Imageschaden, der nicht genau zu beziffern sei. "Wir merken das aber in unseren mittelfristigen Buchungszahlen."
Reisende können sich weiter über die Internetseite Lufthansa.com informieren, ob ihre Verbindung unter den gestrichenen Flügen ist.
Der mehrtägige Streik lastet der Branche zufolge vor allem Hotels in der Nähe des Frankfurter Flughafens und in der Innenstadt aus. "Die Umsätze, die hier generiert werden, sind allerdings kein Grund zum Jubeln. Uns wäre es lieber, der Ausstand fände nicht statt", sagte der Geschäftsführer des Hotel- und Gastronomieverbandes Dehoga Hessen, Julius Wagner. Die Lufthansa hat für gestrandete Kunden nach eigenen Angaben im Rhein-Main-Gebiet sowie im Raum München vorsorglich fast 4000 Hotelzimmer reserviert.
Ein Ende des Pilotenstreiks bei der Lufthansa ist nicht absehbar. "Es gibt kein vorher festgelegtes Enddatum für den Streik", sagte der Sprecher der Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Erklärtes Streikziel sei es, von der Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot zu erhalten. Sobald dies vorliege, könne der am Mittwoch begonnene Arbeitskampf beendet werden.