Flug
Jetzt greift Billig-Carrier Ryanair die Lufthansa an
Ryanair will nun auch an der Lufthansa-Heimatbasis in Frankfurt starten und landen. Der dortige Flughafenbetreiber Fraport und Ryanair werden am Mittwochvormittag ihre Pläne bekannt geben. Erstmals soll ein Flugangebot von Frankfurt aus vorgestellt werden.
Bisher meidet Ryanair ebenso wie viele andere Billigflieger den Frankfurter Flughafen. Als Grund hatten die Iren bislang die im Vergleich zu anderen Airports deutlich höheren Gebühren sowie die langen Wendezeiten für die Flugzeuge am Boden genannt.
Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge will Ryanair zunächst zwei Flugzeuge in Frankfurt stationieren, die als erste Ziele Palma de Mallorca und das südspanische Alicante anfliegen sollen. Die Iren profitierten dabei vom Neukunden-Rabatt des Betreibers Fraport, der Ryanair zudem eine 35-Minuten-Drehzeit zwischen Landung und Start zugesagt haben soll. Wann und mit welchem Flugangebot Ryanair antritt, wird morgen bekannt.
Die Iren fordern die Lufthansa damit an deren wichtigstem Drehkreuz heraus. An ihrem zweiten Drehkreuz in München muss sich die Lufthansa bereits mit der Billigkonkurrenz von Easyjet und Transavia, einer Tochter von Air France-KLM , auseinandersetzen. Entgegen früheren Plänen will die Lufthansa ihre Billigtochter Eurowings vom kommenden Jahr an auch in München an den Start schicken.
Neue Basis in Hamburg
Die irische Billigfluglinie Ryanair hat am Hamburger Flughafen zwei Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 fest stationiert und damit eine weitere Basis eröffnet. Zusätzlich nehme Ryanair mit dem Beginn des Winterflugplans sieben neue Strecken in ihr Programm auf, teilte der Flughafen am Dienstag mit. Drei davon – London Stansted, die bulgarische Hauptstadt Sofia und Mailand-Bergamo – seien komplett neu im Streckennetz des Hamburger Flughafens.
"Die Vielfalt in unserem Streckennetz wächst weiter", sagt der Schweizer Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler in der "Hamburger Morgenpost". "Das ist ein klares Bekenntnis zur Hansestadt und ihrer Metropolregion." Damit verbindet Ryanair nunmehr 14 Ziele mit Hamburg. Im nächsten Sommerflugplan ab April sollen Faro und Thessaloniki hinzukommen.
Lufthansa-Chef verlangt Ryanair-Preisnachlässe für alle
(Update, 2.11., 11.35 Uhr) Am Frankfurter Flughafen bahnt sich ein heftiger Streit um die Flug- und Landegebühren an. Der grösste Kunde Lufthansa verlangt die selben Rabatte, die der Betreiber Fraport dem Neukunden Ryanair gewähren will. Lufthansa werde nicht mehr zahlen als Ryanair, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch. So könnten 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Er könne sich nicht vorstellen, dass das hessische Verkehrsministerium als Aufsicht unterschiedliche Gebühren genehmigen werde. Anderenfalls werde Lufthansa nur die niedrigeren Ryanair-Gebühren überweisen.