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Endlich: Tariffrieden bei der Lufthansa

Die Flugbegleiter erhalten mehr Geld, eine Beschäftigungsgarantie und können künftig eine Ausbildung auf Bachelorniveau absolvieren.

Drei Jahre lang dauerte der Tarifkonflikt zwischen der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo) und der Lufthansa, der immer wieder zu Streiks des 19‘000 Personen umfassenden Kabinenpersonals führte. Der längste Streik dauerte vergangenen November rund eine Woche -  500‘000 Fluggäste waren betroffen.

Ein halbes Jahr lang wurden nun umfassende Schlichtungsverhandlungen geführt. Insgesamt mussten 29 Verträge ausgehandelt werden. Das Resultat: Mehr Geld, eine Beschäftigungsgarantie und eine Bachelor-Ausbildung für die Flugbegleiter.

Der Reihe nach:

Ab Oktober erhalten die Flugbegleiter ein Prozent mehr Gehalt, ab Januar 2018 weitere zwei Prozent mehr. Die Gehälter steigen über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren um insgesamt 5,5 Prozent. Mitarbeitende erhalten einmalig 3000 Euro sowie eine Gewinnbeteiligung.

Ausserdem gibt es eine Beschäftigungsgarantie, die bis zum Jahr 2021 gilt – bis 2023 wird kein fremdes Personal in der Kabine eingesetzt. Weiter setzt die Airline in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern auf eine neue 18-monatige Ausbildung auf Bachelor-Niveau. Interessierte müssen die Ausbildung zwar aus eigener Tasche bezahlen, dafür erhalten Absolventen die Beiträge zur Altersvorsorge von Anfang an bezahlt. Wer auf die Ausbildung verzichtet, erhält die Zahlungen weiterhin erst nach fünf Jahren. Nur die Bachelor-Flugbegleiter können in die höheren Gehaltsstufen klettern, die bei einem Grundgehalt von 2150 Euro pro Monat beginnen.

Mit der neuen Ausbildung soll den Flugbegleitern die Angst vor der Entwertung ihres Berufs genommen werden – denn oft werden Studierende im Rahmen von Gelegenheitsjobs als günstige Arbeitskräfte in der Kabine eingesetzt. Es gebe auch Vereinbarungen, die den Wechsel zwischen den verschiedenen Airlines der Kranich-Gruppe wie Eurowings oder Cityline garantierten.

Dafür setzte sich die Airline bei den Rentenbestimmungen durch: Flugbegleiter können zwar weiterhin ab 55 in Frührente gehen – aber anstelle der bislang garantierten Auszahlungssummen, wird künftig nur noch der Beitrag (5,2 Prozent des Gehalts) garantiert, die Gesamterträge werden je nach Lage am Kapitalmarkt variieren. Dieser Systemwechsel soll der Lufthansa 70 Mio. Euro jährlich einsparen.

(TN)