Flug

Lufthansa will in der Küche massiv sparen

Trotz mehr Umsatz und Gewinn: Beim Catering will die Lufthansa künftig rund 2400 Stellen streichen.

Der Preiskampf in der Luft drückt auch die Margen der Caterer. Zwar konnte die Lufthansa Tochter LSG Sky Chefs zuletzt den Umsatz auf über 3 Milliarden Euro steigern, der Betriebsgewinn ging ebenfalls in die Höhe. Doch die 99 Millionen Euro sind für den Konzern zu wenig. Zudem erwartet die Lufthansa weiterhin einen „hoher Kostendruck und ein verändertes Einkaufsverhalten der Fluggesellschaften“. Man sei mit den historisch gewachsenen Strukturen nicht mehr wettbewerbsfähig und somit auch nicht profitabel. Gemeint sind damit die hohen Personalkosten in Deutschland.

Nach einem Vorschlag an den Verwaltungsrat könnte die Zahl der Produktionsstandorte in Europa von jetzt 23 auf 7 reduziert werden. Die Lufthansa-Tochter bestätigte einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In Deutschland könnten bei einer Umsetzung 1700 von 5500 Vollzeitstellen wegfallen, europaweit stehen 2400 Jobs auf der Kippe.

Die Pläne seien in einer "sehr frühen Konzeptphase", erklärte eine LSG-Sprecherin. Eine Umsetzung sei bis zum Jahr 2021 zum grossen Teil sozialverträglich möglich. Entschieden sei noch nichts.

Fest steht hingegen bereits die Schliessung der Standorte in Dresden zum Jahresende 2016 und Bremen ein Jahr später. Das Unternehmen beschäftigt als Weltmarktführer mit zuletzt drei Milliarden Euro Umsatz rund 33 500 Mitarbeiter. Wachsende Bedeutung haben auch die steigende Zahl bewirtschafteter Airline Lounges sowie der Service auf der Schiene in Europa, neue Kunden hier sind Deutsche Bahn und Virgin Trains, UK. Zudem wurden zum Jahresbeginn 2016 alle SWISS Lounges am Airport Zürich übernommen.

Gate Gourmet hat schon abgebaut

In Zürich sitzt auch die direkte Konkurrenz der Lufthansa Tochter. Die Gategroup Holding AG beschäftigt weltweit über 27'800 Mitarbeiter. Mit einem Umsatz von knapp 3 Milliarden Franken ist die Gategroup nur unwesentlich kleiner als Sky Chefs. Nach dem letztjährigen Verlust von fast 90 Millionen Franken wurden im vergangenen Herbst rund 300 Stellen gestrichen. Im ersten Quartal setzte es nochmals ein Minus von 6,5 Millionen Franken ab.

Dies ist zwar eine deutliche Verbesserung gegenüber den 38 Millionen Franken im ersten Quartal des Vorjahres. Doch die Analysten hatten mit einem Verlust von höchstens 3,9 Millionen Franken gerechnet. Die Aktie gab entsprechend um über 2 Prozent nach und liegt immer noch unter dem Kaufpreis von 53 Franken, den die chinesische Firma HNA für die Gategroup-Aktien zahlen will.

Die Angebotsfrist für die Aktionäre läuft noch bis zum 1. Juli, aktuell sieht es angesichts des Kurses noch nicht nach einer gelungenen Übernahme aus. Ein weiterer Abbau, unabhängig von den Besitzern scheint angesichts der Zahlen und der Zukunftsaussichten wahrscheinlich.

(SW)