Flug

Kommentar Lupos Beisshemmung

Gregor Waser

Der Flughafen Zürich bleibt im Hoheitsgebiet des Kantons stecken.

Der gestern verabschiedete Luftfahrtpolitische Bericht (Lupo) des Bundesrates ist halbherzig. Zwar wird darin die Wichtigkeit der Flughäfen, allen voran Zürich als Hub, unterstrichen. An den kantonalen Kompetenzen mag der Bundesrat dann aber doch nicht rütteln. Die von der Zürcher Regierung befürchtete Entmachtung findet nicht statt. Der Bundesrat will nur bei den Sachplänen der Flughäfen stärker mitreden — etwa über Kapazitätsziele, um landesweite Engpässe zu bewältigen.

Für Airlines und den Flughafen Zürich ist der gestern beschlossene Kompromiss kein guter. Zürich ist überlastet, kann mit dem Korsett der vielen Auflagen und Einsprachemöglichkeiten kaum wachsen und schreckt ausländische Carrier ab, die interessiert wären, die Destination Zürich aufzunehmen oder auszubauen.

«Ein limitierter Flughafen Zürich trübt die Aussichten auf Überseegäste»

Auch für Zürich Tourismus stellt die fehlende Entwicklungsmöglichkeit des Flughafens ein Hemmschuh dar. Zürich, wie die gesamte Destination Schweiz, verliert Gäste aus Europa. Dagegen ziehen die Fernmärkte deutlich an. Bei Touristen aus Asien, den Golfstaaten, und Nordamerika wird die Schweiz immer beliebter, sie entschärfen das Fehlen der Europäer. Doch ein limitierter Flughafen Zürich trübt die Aussichten von Zürich Tourismus, bei Überseegästen künftig verstärkt zu punkten.

Mit dem Flughafen in kantonaler Hand dürfte auch das Szenario, die Business Aviation nach Dübendorf auszulagern, in die Ferne rücken. Kantonale und lokale Politiker befürchten, dass die Business-Fliegerei dem geplanten Innovationspark abträglich sei und wehren sich gegen einen Umzug. Dabei geht vergessen, dass es eben gerade die Mobilität sein könnte, die dem Dübendorfer Sillicon Valley Antrieb verleihen könnte. Andere Regionalflughäfen zeigen es: die Ansiedelung von Industrie wird mit der Fliegerei gefördert.

Die Business Aviation in Zürich-Kloten und die minutengenau eingeplante Landung der Langstrecken-Jets passen aber nicht zueinander. Kann es sein, dass ein startender Business Jet mit wenigen Passagieren einen A380 im Landeanflug zwingt, noch eine Zusatzschleife zu drehen?