Flug

Was passierte an Bord des Airbus der Daallo Airlines?

Der Pilot sowie Quellen der US-Regierung sind überzeugt, dass die Explosion durch eine Bombe ausgelöst wurde.

Die Spekulationen um die Ursache für das Loch im Rumpf des Airbus A321 der Daallo Airlines reichen von einem einfachen Feuer über das Explodieren einer Sauerstoffmaske bis hin zu einer Bombe. Sicher ist bislang nur, dass in der betroffenen Maschine, die anfangs dieser Woche nach nur 15 Minuten Flugzeit mit einem Loch im Rumpf in Mogadischu notlanden musste, eine Explosion stattfand. Dabei soll ein 55-Jähriger Mann aus dem Flugzeug geschleudert worden sein.

Während Daallo Airlines auf ihrer Internetseite schreibt, dass der Vorfall untersucht wird, sind sich Quellen der US-Regierung sicher, dass es sich um eine Bombe handelte. Beim Toten, der unbestätigen Berichten zufolge etwa 30 Kilometer nördlich von Mogadischu gefunden wurde, könnte es sich um einen Selbstmordattentäter handeln. Die Explosion habe auf Höhe der Sitzreihen über der rechten Tragfläche stattgefunden. Auf den Aufnahmen sieht man aufgebogene Teile der Aussenhülle, was dafür spricht, dass der Ausgangspunkt der Druckwelle im Inneren der Kabine im Passagierbereich war. 

Die Maschine war auf dem Weg von der somalischen Hauptstadt ins rund 1000 Kilometer nördlich gelegene Nachbarland Dschibuti. 74 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder befanden sich an Bord des Airbus. Zwei Passagiere mussten mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Die in Somalia aktive islamistische militante Gruppe Al-Shabaab gab bislang keinen Kommentar zum Geschehenen ab. Die Gruppe soll somalischen Medienberichten zufolge erst im letzten Monat ein Restaurant am Strand von Mogadischu angegriffen sowie ein Attentat auf kenianische Soldaten in der Nähe der Grenze zu Kenia verübt haben. 

Der serbische Pilot Vladimir Vodopivec, der den Airbus flog, sagte gegenüber Medien, dass er sicher sei, dass es sich um eine Bombe handelte. Die Explosion ereignete sich, als sich das Flugzeug auf 11‘000 Fuss befand. Vodopivec berichtete, dass der Schaden viel schlimmer gewesen wäre, wenn das Flugzeug höher in der Luft gewesen wäre.

Ein Handy-Video, das auf Youtube kursiert, zeigt Aufnahmen aus dem Innern der Maschine. Das Video wurde von Awale Kullane, dem somalischen stellvertretenden Botschafter der Vereinten Nationen gemacht. Kullane soll berichtet haben, dass er ein lautes Geräusch gehört habe und für einige Sekunden nur Rauch sehen konnte. Erst als sich der Rauch legte, wurde das ziemlich grosse Loch in der Seitenwand der Kabine über dem Flügel sichtbar.

Pilot Vodopivec berichtete, dass der Co-Pilot nach dem Knall in die Kabine ging, um zu schauen, was passiert war. Die Motoren und die Hydraulik hätten weiterhin normal funktioniert, der Rauch kam zwar bis ins Cockpit, aber die Notlandung gelang trotzdem einwandfrei. Die Crew hätte die Passagiere beruhigen können.

(TN)