Flug
PKX ist jetzt eröffnet
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping höchstpersönlich war an der Einweihung des Mega-Stadtflughafens Daxing International (Code: PKX) in der Stadt Peking anwesend. Dieser ist ein Fanal für die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Chinesen – nur vier Jahre dauerte die Konstruktion des doppelstöckigen Airports, der pünktlich zum 70. Geburtstag der Volksrepublik fertiggestellt wurde.
Die Mission ist klar: Bis Ende 2021 sollen 45 Millionen Passagiere den Flughafen nutzen, bis in das Jahr 2040 soll die Zahl auf 100 Millionen steigen. Doch besitzt die Stadt mit dem «Beijing Capital International Airport» bereits den zweitgrössten Flughafen der Welt, mit einem Passagieraufkommen von 94,4 Millionen jährlich (Stand 2017). Diese Zahl kann bis jetzt nur der «Hartsfield-Jackson Airport» in Atlanta, USA, mit den 107 Millionen Reisenden toppen. In Zukunft könnten nun aber bald Doppelt so viele Menschen in Peking abgefertigt werden.
Auf sechs Start- und Landebahnen können die Flugzeuge an- und abfliegen. Für die Abfertigung stehen 700‘000 Quadratemer zur Verfügung, was einer Fläche von knapp 100 Fussballfeldern entspricht. Trotzdem ist an lange Fusswege nicht zu denken, denn dadurch, dass das Gebäude mit verschiedenen Seitenarmen konstruiert wurde, sollen die Wege maximal 600 Meter lang sein.
Das Erscheinungsbild des neuen Flughafens erinnert an einen «Seestern». Entworfen wurde das Prestigeprojekt von der im Jahr 2016 verstorbenen irakischen Architektin Zaha Hadid und ihrem chinesischen Partner. Der Flughafen befindet sich an der Grenze zur Provinz Hebei und ist Teil der Metropolenregion Jing-Jin-Ji (Peking-Tianjin-Hebei). Eine Express-Bahn verbindet den Süden Pekings innerhalb von 19 Minuten mit dem neuen Terminal.
Die negativen Auswirkungen werden vertuscht
Der Mega-Airport ist zweifelsohne ein bemerkenswertes Projekt, selbst für China. Dennoch brachte der Bau auch negative Effekte mit sich. Aus Platzgründen elf Dörfer dem Erdboden gleich gemacht – viele Bauern verloren dadurch ihre Lebensgrundlage. Aus Lärmschutzgründen mussten die Einwohner weiterer 24 Dörfer ihre Häuser verlassen. 20'000 Menschen wurden insgesamt umgesiedelt. Immerhin: Pro Familie gab es eine Kompensation von umgerechnet 150'000 Franken und einen monatlichen Betrag von 300 Franken um den Lebensunterhalt zu bestreiten, wie die Bewohner gegenüber der «New York Times» berichten.
Jetzt könnte man natürlich Deutschland verspotten, weil das Bauprojekt des Flughafen Berlin-Schöneberg auch nach ziemlich genau 13 Jahren noch nicht vollendet ist. Aber: China hat nicht nur mehr Erfahrung mit solch gigantischen Projekten, sondern kann mit seiner kommunistischen Regierung Grossprojekte wie diesen Airport einfach durchsetzen, wie es in der Demokratie in dieser Geschwindigkeit nicht wäre. Hinzu kommt, dass Sicherheitsbestimmungen sowie Bau- und Arbeitsrechte im asiatischen Land nicht so wichtig sind wie hierzulande oder bei unseren Nachbarn.