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Gibt es überhaupt einen Schutz vor Insidern mit bösen Absichten? Bild: Joshua Hanson

Erneute Angst der Airlines vor der «Inside Threat»

Die Festnahme eines «terroristenfreundlichen» Flugzeugmechanikers in Miami hat - zumindest in den USA - die Diskussion um Sicherheit wieder angeheizt.

Mit «Insider Threat» ist bei Airlinern die Gefahr gemeint, welche von selber angestelltem Personal ausgeht - also wo die Sicherheit nicht durch externe Personen, sondern Angestellte beeinträchtigt ist. Zwar sind nur wenige Fälle bekannt, doch hat die Festnahme eines Mechanikers von American Airlines in Miami diese Angst wieder befeuert.

Nach US-Recht müssen Personen, die in Sicherheitsbereichen von Flughäfen arbeiten, einen mehrstufigen Kontrollprozess durchlaufen. Die jüngst in Miami festgenommene Person namens Abdul Alani war Iraker, kam 1992 in die USA und erhielt einen Job bei American Airlines; bei der Anstellung gab es keinerlei Probleme. Obwohl er zwischenzeitlich einmal gefeuert worden war, gab es keine Kriminalgeschichte oder sonstige Probleme, welche auf sein Vergehen im Vorfeld hingewiesen hätten.

Alani wurde festgenommen, weil er aktiv versucht hatte, ein Flugzeug zu beschädigen. Konkret: Er nutzte seinen Zugang am Flughafen Miami, ging zu einer stationierten Boeing 737 von American Airlines und führte unterhalb des Cockpits ein Schaumstoffelement bei der Steuerung ein, welche es den Piloten nicht mehr ermöglichen würde festzustellen, wie hoch und wie schnell sie fliegen. Diese bemerkten dies bei der Systemkontrolle vor dem Abflug und Alani konnte nach diversen Untersuchungen verhaftet werden. Dieser war weder auf Terrorismus- oder No-Fly-Listen; sein Telefon war allerdings voller Material zu Terrorismus und Massenmorden. Er riskiert nun 20 Jahre im Gefängnis.

Sind Sorgen angebracht? Ja und nein.

Solche Vorfälle mit Insidern sind sehr selten; es gibt allerdings auch keine exakten Zahlen. Es gibt ein paar Fälle: 2013 wurde in Wichita ein Techniker festgenommen, der versuchte, im Auftrag von Al-Qaeda eine Bombe an einem Flugzeugrumpf anzubringen. 2014 flog ein Gepäck-Agent von Delta Air Lines auf, welcher es ausnutzte, nicht kontrolliert zu werden, um Waffen in herkömmlichem Gepäck zu befördern. Und erst letztes Jahr klaute ein Angestellter von Horizon Air in Seattle ein Flugzeug und stürzte damit unweit der Stadt ab. Letztere Vorfälle hatten nicht direkt einen terroristischen Hintergrund, zeigen aber deutlich, was Insider alles anrichten können.

In den USA ist nun das Fingerzeigen wieder losgegangen. Ist die Transportation Security Administration (TSA) zu lasch bei den Kontrollen? Die Datenbanken mit den Angaben zu den Angestellten in Airport-Sicherheitsbereichen waren löchrig und veraltet, heisst es. Dazu seien auch zahlreiche Sicherheits-Badges gestohlen worden. Müssen Flughafen-Angestellte nun mit vermehrten Kontrollen rechnen? Bei rund 1 Million Angestellten an über 450 Flughäfen allein in den USA kaum praktikabel. Es wird wohl tatsächlich so sein, dass man weiterhin ein gesundes Mass an Vertrauen aufbringen muss, damit das System Flughafen generell funktioniert. Wie der Fall in Miami gezeigt hat, ist trotz Screenings niemals absolute Sicherheit gewährleistet.

(JCR)