Flug

Vor genau einem Jahr blieben die Flugzeuge von Skywork definitiv am Boden. Bild: Skywork

Diese Woche vor einem Jahr: Der Skywork-Konkurs

Ausgestanden ist der Konkurs noch nicht: Die Forderungen der Gläubiger werden weiterhin geprüft. Und der Flughafen Bern kämpft um seinen Flugbetrieb.

Der 29. August 2018 bleibt vielen Bernern in unschöner Erinnerung: Die Fluggesellschaft Skywork stellte am Abend jenes Tages den Flugbetrieb per sofort ein. 11'000 Passagiere waren betroffen, 120 Personen verloren ihren Job, der Flughafen Bern verlor zwei Drittel aller Flüge, die Reiseversicherung «zogen einen Schuh raus». Vor allem wurde dadurch die Überlebensfähigkeit des Flughafens Bern-Belpmoos einmal mehr grundsätzlich in Frage gestellt. Die Reiseveranstalter mussten Alternativen finden, währenddem sich Skywork-CEO Martin Inäbnit vor den Medien rechtfertigte.

Wo steht man heute? Laut einer speziellen Website zum Skywork-Konkurs ist die Meldefrist für Gläubiger am 21. März 2019 abgelaufen. Das zuständige Betreibungs- und Konkursamt ist derzeit noch daran, diese Forderungen zu prüfen; in einem Kollokationsplan werden die Forderungen aufgeführt und priorisiert. Wann dieser vorliegt, konnte Sandro Campigotto, Leiter des Betreibungs- und Konkursamts Bern-Mittelland, am Montag auf SDA-Anfrage noch nicht sagen.

Und der Flughafen Bern? Dieser musste zunächst einmal Personal entlassen. Später entschied dann der Verwaltungsrat der Flughafen Bern AG, dass man am öffentlichen Flughafen mit regulärem Flugbetrieb festhalten wolle. Er forderte aber auch ein verstärktes finanzielles Engagement des Staats. Allerdings regt sich von Seiten von lokalen Umweltschützern Widerstand gegen den Plan, Kantonsgelder für den Flughafen zu nutzen. Mit dem neuen Direktor Urs Ryf schliesslich wurde eine Vorwärtsstrategie an die Hand genommen. Der Flughafen Bern soll «ein modernes Mobilitätszentrum» werden. Die Akquisition von Billigairlines oder ein Pistenausbau stehen dagegen nicht (mehr) zur Diskussion.

Es gibt noch viel zu tun. Die Liste der Abflüge und Landungen am Flughafen Bern ist jeweils sehr dünn, und vieles davon ist Privatfliegerei - auf der Webcam passiert herzlich wenig. Noch fünf Destinationen sind aktuell im Angebot. Die jüngste Medienmitteilung des Flughafens betraf die Lancierung eines Open-Air-Kinos. Das von der Skywork-Pleite hinterlassene Loch ist auch ein Jahr später noch stark spürbar.

(JCR)