Flug
Mit einem Dreamliner schon in Paris das Nui erleben
Letzte Woche präsentierte Air Tahiti Nui in Paris erstmals ihren brandneuen Boeing 787-9 «Dreamliner». Im Rahmen eines kleinen Rundflugs (eine kleine fliegerische Tour de France: Flug TN789 von Paris nach Paris) erhielten ausgewählte Journalisten einen Einblick ins Interieur, bevor dann am selben Tag das Flugzeug den regulären Liniendienst auf der Strecke Paris-Los Angeles-Papeete aufnahm.
Insgesamt vier solcher Dreamliner hat die polynesische Airline bestellt. Genau genommen wurden zwei schon ausgeliefert (im Oktober 2018 und im Januar 2019, von ALC geleast) und werden bereits auf Strecken nach Auckland, Los Angeles und Tokio eingesetzt – aber in Paris landete dieser Dreamliner erstmals. Die beiden weiteren Dreamliner, welche im Besitz von Air Tahiti Nui sein werden, sollen im Mai und August 2019 eingeflottet werden.
Grund für die neuen Flugzeuge war, dass Zeit für eine Flottenüberholung gekommen war. Dass dabei nach 20 Jahren mit Airbus ausgerechnet der Dreamliner von Boeing gewählt wurde hat damit zu tun, dass der Dreamliner gerade bei sehr langen Strecken ein hohes Mass an Komfort bietet – und der Weg nach Tahiti ist nun mal, aus welcher Richtung auch immer, viele Flugstunden lang. Nebst dem Flugkomfort per se spielen natürlich auch ökonomische Überlegungen eine Rolle: Der Dreamliner verbraucht bis zu 30 Prozent weniger Treibstoff als der bis dato eingesetzte Airbus A340 (von welchem Air Tahiti Nui aktuell noch drei Stück einsetzt), was hohe Kostenrelevanz hat.
Beim Zutritt ins angenehm gestaltete Kabineninterieur soll man sich bereits wie auf Tahiti fühlen, so die Losung der Airline. Es geht darum, ein «Nui-Feeling» zu bescheren - «Nui» bedeutet in der polynesischen Sprache «gross» oder auch «grossartig». Die Uniformen der Crew, das Überreichen einer Tiaré-Blume beim Betreten des Flugzeugs (die Blume ist auch auf dem Heck zu sehen), das im letzten Jahr überarbeitete Innen- und Aussendesign mit sanften Blautönen und die grossen Dreamline-Fenster sorgen sogleich für Südsee-Feeling. Beim Launch-Event am Flughafen Charles De Gaulle sorgten traditionelle Musiker und Tänzer sowie die aus Polynesien stammende Miss France 2019, Vaimalama Chaves, für zusätzliche Ferienstimmung.
Kapazitätswachstum kann ein Problem sein
Im Angebot des Dreamliner von Air Tahiti Nui sind übrigens 294 Sitze: 30 in «Poerava Business» (Business), 32 in «Moana Premium» (Premium Economy) und 232 in «Moana Economy» (Economy), wobei Letztere eine 3-3-3-Bestuhlung bietet.
Air Tahiti Nui muss sich derweil auf harten Wettbewerb einstellen: Sowohl die amerikanische United als auch die französische Low-Cost-Gesellschaft French Bee haben 2018 den Tahiti-Markt geentert, letztere beiden allerdings (aus europäischer Sicht) mit Flügen via San Francisco. Konkurrenz ist man sich allerdings gewohnt, früher gab es diese etwa von Corsair oder AOM. Mehr Sorgen bereitet Michel Monvoisin (CEO Air Tahiti Nui) der Umstand, dass die Bettenkapazität und die Flughafen-Infrastrukturen in Französisch-Polynesien nicht mit der Kapazitätsentwicklung im fliegerischen Bereich mithalten können. Allerdings sind diese Entwicklung ja nicht direkt in der Hand der Airline(s).
Aber Probleme beim Bereisen der Welt zu überwinden, das können die Polynesier – was auch im Disney-Film «Vaiana» deutlich wird. Warum das hier Erwähnung findet? Im Flugzeug gab es beim Rundflug ein Ständchen von Cerise Calixte, der französischen Stimme von «Vaiana»…