Flug

Das Unglück ereignete sich auf dem Flughafen Mumbai.

Air India: Techniker stirbt in der Turbine

Der Arbeiter wurde während des Pushbacks in die Turbine des Flugzeugs gesaugt.

Auf dem Inland-Flughafen Mumbai ereignete sich ein tragischer Unfall: Ein Mitarbeiter des Bodenpersonals von Air India wurde in eine Turbine eines Airbus A319 gezogen und verstarb sofort. Es dauerte einige Stunden, bis der Leichnam aus der Turbine geborgen werden konnte.

Das voll besetzte Flugzeug wurde gerade rückwärts aus seiner Parkposition gezogen. Dabei steht jeweils ein Techniker — in diesem Fall der Verunglückte — vor der Nase des Flugzeugs und leitet den sogenannten Pushback ein. Die Distanz von der Nase eines A319 bis zu den Triebwerken beträgt ungefähr neun Meter. Das Bodenpersonal kenne die Distanz, die es zu den Triebwerken einhalten müsse ganz genau, sagte ein Sprecher der Air India.

Der Startvorgang war jedoch kein regulärer: Jedes Flugzeug verfügt über ein Hilfstriebwerk. Das ist nicht für den Antrieb des Flugzeugs zuständig, sondern liefert Energie und Druckluft. So wird die Flugzeugkabine auch am Boden mit Strom versorgt: Die Kabine wird richtig temperiert und das Licht funktioniert ohne dass die Haupttriebwerke dafür laufen müssen. Offenbar funktionierte dieses Hilfstriebwerk nicht. Wenn dies der Fall ist, starten die Piloten ein Triebwerk vor dem Pushback.

Der Unfall passierte offenbar während dieses Prozesses. Normalerweise starten die Piloten das erste Triebwerk erst nach dem Pushback auf Anweisung des Bodenpersonals und — wenn sicher ist, dass niemand in der Nähe ist — wird das zweite Triebwerk gestartet. Aber auch wenn das erste Triebwerk bereits beim Verlassen der Parkposition gestartet wird, läuft es in der Regel nur auf zehn bis maximal 35 Prozent seiner Gesamtleistung.

Air-India-Chef Ashwani Lohani lässt den Unfall untersuchen und spricht der Familie des Verstorbenen sein Beileid aus. Auch die rund 100 an Bord gewesenen Passagiere zeigten sich tief betroffen.

(TN)