Flug
A380neo: Der Entscheid ist vertagt
Mittelstreckenjets sind bei den Airlines sehr gefragt — das merkt auch der europäische Flugzeughersteller Airbus. Kein anderes Modell wurde öfter bestellt als die A320, rund 4800 Stück. Mit dem effizienteren Nachfolgemodell A320neo will Airbus diesen Trend fortsetzen — und ist schon vor der Auslieferung der ersten Maschine auf einem guten Weg. Mehr als 3300 Mal wurde die A320neo bereits bestellt. Lufthansa oder Qatar Airways sollen die ersten Maschinen noch vor Jahresende bekommen.
Ganz anders die Situation beim Riesenvogel: Die viel diskutierte Neuauflage des A380 mit sparsameren Triebwerken steht weiter in den Sternen. Der Flugzeugbauer arbeite zusammen mit der A380-Grosskundin Emirates an dem Vorhaben einer A380neo, sagte Airbus-Konzernchef Tom Enders kürzlich in Paris. Emirates hat 140 herkömmliche A380 bestellt und rund die Hälfte schon in Betrieb.
Eine Entscheidung in diesem Jahr, wie zwischenzeitlich angepeilt, sei aber ausgeschlossen, erklärte Enders weiter. Stattdessen drosselt Airbus angesichts ausbleibender Bestellungen die Produktion des Jets. Laut dem Firmenchef werde Airbus in diesem Jahr weniger als die eigentlich vorgesehenen 30 A380-Exemplare an Fluggesellschaften ausliefern.
Dennoch soll die Produktion des Jets erstmals einen operativen Gewinn abwerfen. Eine Modernisierung könnte das Nachfrageproblem lösen, doch bisher verlangt vor allem Emirates-Chef Tim Clark nach dem Flieger. Airbus ist zwar zu Anpassungen bereit, scheut aber wegen hoher Kosten die Neuauflage mit einem neu zu entwickelnden Antrieb. Seit fast zwei Jahren konnte Airbus keine Airline mehr für die A380 gewinnen. Airbus-Verkaufschef John Leahy hatte sich im Sommer zwar Aufträge für 25 Maschinen in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, aber bisher nicht einen einzigen davon eingesammelt.