Flug

Air Mauritius soll treibende Kraft hinter den Allianz-Plänen von vier afrikanischen Carriern sein. Bild: Fixion/Airbus S.A.S.

Es gibt Pläne für eine afrikanische Airline-Allianz

Air Mauritius, South African Airways, Kenya Airways und RwandAir sind öffentlich in Verhandlungen getreten, um mittels einer gemeinsamen Allianz besser im internationalen Luftfahrt-Geschäft mitmischen zu können.

Wer erinnert sich nicht wehmütig an die Zeiten, als man Flugzeuge von Air Mauritius oder South African Airways am Flughafen Zürich besteigen konnte? Die vergleichsweise kleinen afrikanischen Airlines hatten aber in jüngster Zeit Mühe, gegen die starke Konkurrenz im Luftfahrtgeschäft, insbesondere jene der Golf-Carrier, zu bestehen, und mussten ihre Streckennetze zusammenstreichen.

Nun erreichen uns neue News dieser beiden Airlines: Sie wollen, gemeinsam mit Kenya Airways und RwandAir, eine afrikanische Airline-Allianz aufbauen, wie das Portal «Bloomberg» meldet. Dieses bezieht sich auf Somas Appavou, den CEO von Air Mauritius, welcher erklärte, dass seine Airline die Initiative für die Bildung dieser Allianz übernommen habe: «Diese würde es den Partner-Airlines erlauben, ein konsolidiertes Netzwerk aufzubauen, in welchem die Stärken jedes einzelnen Mitglieds optimal genutzt werden.» Synergien erhoffen sich die Airlines in Bereichen wie Maintenance, Ausbildung und Informationsaustausch, sowie im Procurement.

Der Hintergrund ist klar: Alle genannten Airlines stecken in grossen finanziellen Nöten. Kenya Airways verpasst sich gerade eine neue Struktur, nachdem in den letzten drei Jahren grosse Verluste eingefahren wurden. Schon vor einem Jahr wandelte der kenianische Staat Schulden der Airline in Aktien um und wurde damit zum grössten Aktionär der Airline, welche bis dahin von Air France-KLM kontrolliert worden war. Air Mauritius, welche im Winter immerhin noch Genf anfliegt, musste ihrerseits im letzten Monat für die ersten sechs Monate des eigenen Geschäftsjahrs trotz höherem Umsatz und gestiegenen Passagierzahlen einen Verlust von 694 Millionen Rupien (rund 19 Millionen Franken) bekannt geben. Und South African Airways, welche in den letzten sechs Jahren kumuliert 23 Milliarden Rand oder umgerechnet 1,6 Milliarden Franken verlor, steht möglicherweise kurz vor der Übernahme durch zwei Investoren: Die südafrikanische Firma Fly Modern Ark und die amerikanischen Private-Equity-Gruppe Cerberus Capital Management bieten 21 Milliarden Rand als Kredit für 51 Prozent der Aktien an - der Deal ist allerdings bei Weitem noch nicht durch. Die staatliche RwandAir schliesslich steht mitten in einem Umflottungs-Programm.

Wann die potenzielle Allianz gegründet sein könnte, ist unbekannt. Klar ist nur, dass die Zeit für alle involvierten Airlines drängt.

(JCR)