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Norwegian-CEO Bjørn Kjos, hier vor dem Hauptsitz der Airline im Osloer Vorort Fornebu, will bald abtreten - die Suche nach einem/einer neuen CEO ist eingeleitet. Bild: Norwegian

Norwegian sucht einen neuen CEO

Noch ist der 72-jährige CEO Bjørn Kjos im Amt. Der Nachfolgeprozess wurde aber offiziell eingeleitet. Erste Namen kursieren.

Im Jahre 2002 gründete der norwegische Unternehmen Bjørn Kjos die Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle, heute nur noch als «Norwegian» bekannt. Die Airline hat ein abenteuerliches Wachstum hinter sich und ist aktuell der viertgrösste Low-Coster Europas, macht aber vor allem als Expansionstreiber im Langstrecken-Longhaul-Geschäft von sich reden.

Bjørn Kjos ist seit Anbeginn als CEO der Airline tätig gewesen und ist mittlerweile 72 Jahre alt. Obwohl kein genaues Rücktrittsdatum feststeht, hat die Geschäftsleitung von Norwegian inzwischen offiziell die Suche nach einer geeigneten Nachfolgelösung eingeleitet, wie das norwegische Blatt «Nettavisen» schreibt. Kjos sagt dort, dass er inzwischen in der «Overtime» angekommen sei und in drei Jahren sicher nicht mehr CEO sein werde.

Erste Namen möglicher Nachfolger machen auch schon die Runde, wobei sich Kjos selber dazu nicht äussert. Ein kolportierter Name ist jener von Daniel Skjeldam (43), aktuell CEO der Hurtigruten Group, dessen exzellenter Job bei der Neuausrichtung der norwegischen Traditionsreederei für grosse Lorbeeren gesorgt hat. Vor allem aber ist Skjeldam nicht primär im Kreuzfahrtwesen zuhause, sondern im Airline-Business: Er gehörte 2002 zum Start-Up-Team bei Norwegian, wo er während mehreren Jahren als Head of Airport Operations, Chief of Route Network & Revenue Management und zuletzt als Commercial Director tätig war. Ein anderer Name ist jener von Anna Helene Kjos (35), der Tochter von Bjørn Kjos, welche selber als Pilotin aktiv ist.

Steht auch weiterhin ein Verkauf der Airline zur Diskussion? Kjos erinnert daran, dass Norwegian nie nach einem Käufer gesucht habe, sagt aber auch, dass in einem solchen Fall IAG eine passende Lösung wäre. Man erinnert sich: Die IAG wollte Norwegian im Frühjahr 2018 übernehmen, doch wurden formelle Angebote zurückgewiesen. Offenbar, weil sich Kjos und Kise noch nicht im Klaren sind, ob sie verkaufen oder aus eigener Kraft weiter wachsen wollen.

Zum Abschluss gibt Kjos noch eine Breitseite auf den Konkurrenten Ryanair ab. Er kann nur darüber lachen, dass Ryanair-Chef Michael O’Leary wiederholt den Bankrott von Norwegian prognostizierte, woran er «seit 2002 gearbeitet hat», bislang erfolglos. Bekanntlich entschied sich Norwegian 2017 für eine Partnerschaft mit Easyjet – zu Ungunsten von Ryanair, welche sich Hoffnungen auf einen Deal mit Norwegian gemacht hatte. Doch Kjos stellt klar: «Ich mag Gesellschaften wie Ryanair nicht. Ich bin einmal mit denen geflogen und wurde mit 100 Euro gebüsst, weil ich nur 90 Minuten vor Abflug eincheckte, Ryanair jedoch ein Check-In zwei Stunden vor Abflug erfordert. Wenn ein Kunde ein Ticket kauft und eincheckt, darf man doch nicht so mit ihm umspringen.»

(JCR)