Ferienland Schweiz
Das bestgehütete Geheimnis der Alpen
Der Schweizer Herbst erfährt einen deutlichen Nachfrageschub. Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag von Schweiz Tourismus planen dieses Jahr ganze 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung eine Herbstreise mit mindestens einer Übernachtung. Rund ein Viertel davon entscheidet sich bewusst für Ferien im eigenen Land.
Bei den in- und ausländischen Reiselustigen, die ihre Herbstferien in der Schweiz verbringen möchten, steht die Sonnenstube Tessin mit 12,9 Prozent der Nennungen ganz oben auf der Wunschliste. Dahinter folgen Graubünden (5,7 Prozent) sowie das Wallis und Zürich (je 5,3 Prozent).
Neben den bekannten Hotspots wurden in der Umfrage auch spezifische Geheimtipps abgefragt. Insgesamt nannten die Befragten 95 verschiedene Destinationen – darunter kleine Perlen abseits der grossen Touristenströme wie Selma und Tinizong in Graubünden, Curzútt und Val Colla im Tessin oder Evolène im Wallis. Graubünden führt hier die kantonale Wertung mit 28,5 Prozent der Nennungen an, gefolgt vom Tessin (20 Prozent).
Ein Drittel schweigt und geniesst
Besonders auffällig: Viele Schweizerinnen und Schweizer denken gar nicht daran, ihre Lieblingsplätze zu teilen. 28 Prozent der befragten Einheimischen gaben explizit an, ihren persönlichen Geheimtipp für die Herbstferien keinesfalls zu verraten (24 Prozent nannten einen Ort, rund 48 Prozent besitzen laut eigenen Angaben keinen).
Diese Zurückhaltung kommt nicht von ungefähr. Der Hauptantrieb für einen Ferienaufenthalt im Herbst ist der Wunsch nach Erholung ohne Trubel und Hitzestress. Für 52,5 Prozent der Schweizer Befragten sind «angenehme Temperaturen» der grösste Pluspunkt gegenüber dem Sommer. Zudem schätzen 40 Prozent die Tatsache, dass deutlich weniger Andrang herrscht als in den Juli- und Augustmonaten.
Dass die Nachfrage in den Monaten September bis November seit Jahren kontinuierlich steigt, zeigt der Blick auf die Belegungszahlen: Lag die Bruttohotelzimmerauslastung im Herbst 2018 noch bei 45,5 Prozent, kletterte sie bis 2025 auf 49,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Hochsommer liegt sie bei rund 62 Prozent – es bleibt also noch genügend Raum für Entdeckungen. Auch die Schweizer Jugendherbergen verzeichnen aktuell einen Buchungsstand, der rund 5 Prozent über dem Vorjahr liegt.
Kampagne wirbt mit einem Augenzwinkern
Schweiz Tourismus nutzt diese Entwicklung gezielt im Rahmen der Strategie «Travel Better», die eine bessere Verteilung der Gästeströme über das gesamte Jahr anstrebt. An der diesjährigen Herbstkampagne beteiligen sich mit 85 Partnern aus Wirtschaft und Destinationen so viele wie noch nie.
Um auch im Ausland – insbesondere in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und den USA – Lust auf den Schweizer Herbst zu machen, greift die Marketingorganisation den Trend humorvoll auf: Unter dem Titel «Switzerland’s best-kept secret» wird ironisch thematisiert, dass die Bevölkerung ihren goldenen Herbst am liebsten geheim halten würde.
Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger kommentiert dazu auf TikTok: «Wir weisen die jüngste Behauptung entschieden zurück, der Schweizer Herbst werde geheim gehalten.»