Ferienland Schweiz
Die verschwundene Quelle: Walliser Geschichte zum Hören
Wasser war historisch gesehen schon immer ein wertvolles Gut im trockenen Klima des Oberwallis. Doch als vor 25 Jahren das Jahrhundertbauwerk an der Südrampe realisiert wurde, versiegten in St. German bei Raron plötzlich zahlreiche Quellen. Die Frage, warum der Lötschberg-Basistunnel ausgerechnet hier gebaut wurde und genau diese Folgen hatte, liess Stefanie Salzgeber über Jahre nicht mehr los.
Die Autorin und Produzentin des neuen Podcast durchstöberte Archive, Zeitungsberichte, Radio- und Fernsehaufnahmen und befragte Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. «Aus dieser Suche nach Antworten entstand schliesslich die Geschichte eines Dorfes – und ein Stück Walliser Zeitgeschichte», wird Salzgeber in einer Medienmitteilung zitiert.
Überraschende Facetten der Regionalgeschichte
Bei ihrer Recherche startete die Produzentin erst einmal bei der «Quelle am Bach» von St. German. Doch der Podcast hat die Grenzen des Dorfes mittelweile überschritten: Lokale Ereignisse treffen dabei auf grosse Entwicklungen im Wallis.
Themen wie die Suche nach besseren Verkehrsverbindungen, die Diskussion um den Rawyl-Tunnel, die NEAT-Planung sowie die Auswirkungen auf den Wasserhaushalt werden so ebenfalls integriert. «Je tiefer ich recherchierte, desto mehr neue Zusammenhänge und überraschende Facetten unserer Regionalgeschichte entdeckte ich selbst», erklärt Stefanie Salzgeber weiter.
Packende Erinnerungen
Nicht nur die Themen, sondern auch die Erzählenden des Podcast sind vielfältig: Im Zentrum stehen verschiedene Personen, die die Veränderungen rund um den Tunnelbau damals miterlebt haben. Zu Wort kommt zum Beispiel Ruedi Salzgeber. Der langjährige Präsident der Stiftung Kulturweg St. German beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte der Lötschberg-Südrampe.
Ebenfalls am Mikrofon steht Christine Bregy: Die Gemeinderätin von Raron berichtet, wie nach dem Tunnelbau gemeinsam nach Lösungen für die betroffene Bevölkerung gesucht wurde.
Französische Adaption
Seit dem 29. August werden die fünf Episoden des Podcast nun im Zwei-Wochen-Rhythmus veröffentlicht. Parallel zur deutschen Originalfassung wird dabei auch eine französische Adaption lanciert, bei der historische Quellen aus der Romandie zum Einsatz kommen.
Hinter der Staffel «Die verschwundene Quelle» steht dabei der Verein «Goldene Acht». Dieser will die Walliser Geschichte, die Erinnerungskultur und die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Landschaft und Infrastruktur beleuchten.
Mehr Informationen unter goldeneacht.ch und loetschberg-region.ch.