Ferienland Schweiz
Unsichere Weltlage stärkt Ferien in der Schweiz
Die Betreiber von Campingplätzen und Jugendherbergen sowie die Vermieter von Ferienwohnungen in der Schweiz blicken optimistisch auf die Sommersaison 2026. Nach einem soliden Winter rechnet die Schweizer Parahotellerie in den kommenden Monaten mit deutlich mehr Gästen – insbesondere aus dem Inland. Hintergrund sind laut Branchenvertretern die geopolitischen Unsicherheiten und die wachsende Zurückhaltung gegenüber Fernreisen.
Besonders stark entwickelt sich derzeit das Campinggeschäft. TCS Camping liegt laut einer Mitteilung bei den Buchungen bereits 14 Prozent über dem Vorjahr. Auch Reka meldet ein deutliches Plus: Die Reservationen liegen neun Prozent höher als im letzten Sommer. «Die Nachfrage nach Kurzferien in der Schweiz bleibt hoch, weil viele Menschen in unsicheren Zeiten bewusst auf nahe und verlässliche Reiseziele setzen», sagt Dorette Provoost von BnB Switzerland.
Steigende Nachfrage auch in den Jugendherbergen
Bei den Schweizer Jugendherbergen läuft der Sommer ebenfalls vielversprechend an. Die Buchungen liegen knapp vier Prozent über dem Vorjahr. Zusätzliche Impulse sollen neue Angebote bringen, etwa die neue Jugendherberge Genf mit 176 Betten, die Mitte Juli eröffnet.
Interhome beobachtet für den Sommer 2026 einen wachsenden Bedarf an Unterkunftsformen, die gemeinsame Zeit ohne Hotelrhythmus ermöglichen: Ferienhäuser und Ferienwohnungen gewinnen als Destination für Familien und Freundesgruppen weiter an Bedeutung – mit Freiheit, Privatsphäre und Komfort als Kernversprechen.
Auch bei Swisscamps ist die Lage erfreulich: Camping in der Schweiz bleibt mit durchschnittlich 55 Franken pro Familiennacht in der Hochsaison gegenüber dem europäischen Mittel von 45 Franken wettbewerbsfähig. Zumal die Preise hierzulande mit plus drei Prozent deutlich moderater stiegen als im europäischen Durchschnitt mit einem Plus von sieben Prozent.
Parallel dazu investieren viele Anbieter in Infrastruktur und neue Angebote. So erweitert TCS Camping mehrere Standorte um neue Komfort-Stellplätze, während in Laax erneut ein Pop-up-Glamping auf 2000 Metern Höhe entsteht. Reka wiederum setzt verstärkt auf naturnahe Projekte und Kooperationen mit regionalen Hotels.