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Starbucks in Italien – ob das passt?
Bislang hat Starbucks einen weiten Bogen um Italien gemacht. Nun hat die US-Kaffeehauskette ihre erste Filiale im Mutterland der Kaffeekultur eröffnet, und zwar in Mailand. Der neue Flagship-Store mit «Reserve-Roastery-Konzept» erstreckt sich auf über 2300 Quadratmeter in einem historischen Gebäude an der Piazza Cordusio im Herzen der Stadt.
Das Geschäft ist dabei in vier Bereiche aufgeteilt: In der Kaffeebar werden die bekannten Getränke serviert, weiter stehen Snacks wie Pizza, Sandwiches und Croissant im Angebot und in der Marble Bar wird abends sogar Alkohol ausgeschüttet. Zusätzlich können sich die Gäste in einem separaten Shop mit Produkten wie Tellern, Tassen oder Kaffeebohnen versorgen.
Grosse Herausforderung für Starbucks
Im Vorfeld war die Eröffnung viel diskutiert worden – die Starbucks-Eröffnung sei ein Angriff auf die Identität der Italiener. Dagegen wehrt sich der Starbucks-Gründer. Man behandle die nationale Kaffeekultur mit dem grössten Respekt, «ohne irgendwem irgendetwas beibringen zu wollen», versicherte Howard Schultz bei der Eröffnung.
Ein Italiener beim Kaffee trinken sitzend in einem Sofa? XXL-Becher und Milch-Zucker-Kreationen? Ob dies bei den Italienern ankommt, bleibt abzuwarten. Der Espresso beispielsweise, das vielleicht klassischste aller italienischen Getränke, soll bei Starbucks in Mailand 1,80 Euro kosten. Ein stolzer Preis, ist der kleine Schwarze in vielen italienischen Bars doch immer noch für weniger als einen Euro zu haben.
Auf den Spuren von McDonald’s
Die neue Filiale in Mailand soll nur der erste Schritt der US-Kaffeehauskette in den italienischen Markt sein. Noch in diesem Jahr werden allein in der Stadt vier weitere Läden öffnen. Dann wird sich zeigen, ob den Italienern Frappuccino oder der Iced Caramel Macchiato genauso gut schmecken wie ihr Cappuccino oder Americano.
Ein Vorbild für Starbucks könnte McDonald’s sein. Als der amerikanischen Burger-Brater Mitte der 80er-Jahre seine erste Filiale in Rom eröffnete, war die Aufregung gross. «Wir haben doch schon Fast Food», schimpften Restaurantbesitzer, «unsere gute alte Pizza.» Heute gehört McDonald’s in Italien allerorten zum Stadtbild, es gibt mehr als 500 Filialen.
Als der New Yorker Howard Schultz 1983 zum ersten Mal nach Mailand reiste, erlebte er da seine Erleuchtung. Nun also, 35 Jahre später, mit mittlerweile 28‘000 Lokalen in 77 Ländern und einem Jahresumsatz von 22 Milliarden Dollar, wagt er sich mit seiner Kaffeekette in die Heimat der Kaffeekultur, ins Land des vermeintlichen Originals.