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Kilauea: Warnung vor giftigen Wolken
Für die Bewohner auf Big Island spitzt sich die Situation zunehmend zu. An der Südküste fliesst die Lava an zwei Stellen direkt ins Meer – und sorgt beim Kontakt mit dem kühleren Wasser für Dampfwolken, die Salzsäure und Glaspartikel enthalten. Rund um die beiden Stellen, wo die Lava ins Meer fliesst, herrscht deshalb eine 300 Meter lange Sperrzone.
Die Menschen sollen vorsichtig fahren und die Fenster geschlossen halten oder noch besser ganz zu Hause bleiben. Die sogenannte Laze (eine Kombination zwischen den Wörter Lava und dem englischen Wort für Dunst «haze») kann durch die enthaltenen Glaspartikel die Augen verletzen. Die giftigen Dämpfe reizen schon bei kurzem Kontakt die Atemwege sowie die Haut.
Ausserdem bedroht der Lavastrom ein Geothermalwerk, das für 25 Prozent der Stromversorgung auf Big Island zuständig ist, indem es unterirdische Dämpfe und heisses Wasser in Energie umwandelt. Momentan ist die Lava nur noch 200 Meter von den ersten Thermalquellen in Puna entfernt, das Werk wurde vorsorglich geschlossen.
Eine sechs Meter hohe Mauer aus erkalteter Lava blockiert zudem den Highway, der den Bewohnern von Puna als Fluchtroute dienen sollte. Weiterhin geöffnet sind die beiden Flughäfen der Insel. Auch der restliche Flugbetrieb auf Hawaii läuft wie gewohnt.
Stellungnahme des Fremdenverkehrsamts Hawaii
Am aktuell stattfindenden IPW in Denver konnte Travelnews.ch direkt vor Ort mit Repräsentanten des Fremdenverkehrsamts von Hawaii über die aktuelle Situation vor Ort sprechen. Erin Kinoshita, PR Director bei Anthology und damit Sprecherin für das Hawaii Visitors Bureau, erinnert daran, dass man sich über die Dimensionen im Klaren sein sollte: «Die Hauptinsel Big Island, wo der Kilauea liegt, ist 10'500 Quadratkilometer gross. Das vom Vulkanausbruch betroffene Gebiet im Südosten der Insel ist vergleichsweise klein. Zwar wurden einige Häuser in Mitleidenschaft gezogen, doch selbst das nahe dem Vulkan liegende Dorf Pahoa wurde bislang nicht evakuiert und mit der Luftqualität gibt es keine nennenswerten Probleme.» Auch hinsichtlich der Flugverbindungen habe es bislang keine Probleme gegeben; der relativ nahe beim Vulkan liegende Flughafen von Hilo wurde zu keinem Zeitpunkt geschlossen.
Kinoshita, welche selber auf Big Island aufgewachsen ist, erinnert daran, dass der Kilauea seit 35 Jahren regelmässig ausbricht. Zwar gebe es hin und wieder «Vog», also eine Art Vulkan-Smog, welcher jedoch lediglich die Sicht etwas beeinträchtige und für Asthmatiker ein Problem sei. Da die Winde im Südosten von Big Island üblicherweise in südwestliche Richtung blasen, würde die Asche des Vulkans in der Regel aufs offene Meer hinausgetragen und nicht auf die - im übrigen ziemlich weit entfernten - Nachbarinseln wie Oahu oder Maui.
Zwar sei der Hawaii Volcanoes Nationalpark, der übrigens etwa gleich gross ist wie die Insel Oahu, wo auch Honolulu liegt, noch bis auf Weiteres geschlossen. Kinoshita rechnet aber nicht mit grösseren Problemen im Flugverkehr oder auf Big Island, geschweige denn auf den Nachbarinseln. «Hawaii is open for business», sagt sie. Der Vulkan bringe keine grösseren Probleme mit sich und das touristische Geschäft sei mit wenigen Ausnahmen auf Big Island selber insgesamt nicht beeinträchtigt.