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Das ICC Durban: Hier findet aktuell noch die wichtigste afrikanische Tourismusmesse statt. Bilder: Gloria Talavera/Hotelplan

Die Indaba ist frischer und übersichtlicher geworden

Gloria Talavera

Am Donnerstag geht die wichtigste afrikanische Incomingmesse, die Indaba in Durban, zu Ende. Gloria Talavera, Product Manager bei Hotelplan Suisse, war in Südafrika vor Ort und schildert in ihrem Gastbeitrag, was die Einkäufer vor Ort umtrieb.

Gloria Talavera (Hotelplan Suisse/Travelhouse) vor dem ICC in Durban.

«Indaba» bedeutet in der Zulu-Sprache «Zusammenkunft» - innerhalb der Tourismusbranche steht der Begriff natürlich für die grösste Tourismusmesse in Afrika, wo Anbieter aus dem südlichen Afrika mit Einkäufern aus aller Welt zusammenkommen. Dieses Jahr findet die Indaba vom 8. bis 10. Mai statt, wie üblich in der sonnigen Stadt Durban an der südafrikanischen Küste zum Indischen Ozean.

Die Indaba ist dieses Jahr leicht kleiner: 1060 Aussteller (Vorjahr 1080) aus 22 afrikanischen Ländern verteilen sich auf dem Gelände und treffen an ihren Ständen auf 1460 registrierte Einkäufer aus 69 Ländern weltweit. Insgesamt rechnen die Indaba-Organisatoren 2018 mit rund 6000 Besuchern; die offiziellen Zahlen stehen natürlich noch aus.

Was sich aus unserer Sicht - ich bin zusammen mit Christelle Martinal von Tourisme pour Tous unterwegs - bereits zur Halbzeit der Messe sagen lässt: Dieses Jahr wirkt das Layout frischer und noch übersichtlicher als sonst. In der «Buyer Lounge» zwischen dem International Convention Centre (ICC) und dem Durban Exhibition Centre geniessen die Einkäufer Verpflegungsmöglichkeiten und können sich mit Ausstellern oder auch untereinander austauschen. Ein Diskussionspunkt unter den internationalen Besuchern ist die «Qual der Wahl» in Sachen touristische Messen in Südafrika. Von Mitte April bis Mitte Mai finden in Kapstadt die ILTM, die WTM Africa und We Are Africa statt, nebst der Indaba in Durban. Man muss sich gut überlegen, welche Messe am meisten bringt.  

Für Hotelplan Suisse ist die Indaba der perfekte Ort zum Austausch: Die wichtigsten Partner aus den Bereichen Unterkünfte, Mietwagenfirmen oder Incoming-Agenturen sind vor Ort; man pflegt die vorhandenen Kontakte und trifft auf Neues. Nur durch diese Art von Austausch bleibt man am Ball bei der Destinationsbetreuung. Auch durch interessante Vorträge und Workshops, welche im Rahmen der Indaba angeboten werden, erfährt man Neuigkeiten und Trends.

Mandela und der Rand-Kurs als zentrale Themen

Christelle Martinal (TPT) vor dem ICC in Durban.

Bei South Africa Tourism (SAT) ist ganz klar der 100. Geburtstag von Nelson Mandela gross geschrieben. Der erste schwarze Präsident Südafrikas und langjährige Aktivist sowie Friedensnobelpreisträger wurde am 18. Juli 1918 in der Transkei geboren. SAT hat aus Anlass seines 100. Geburtstags «100 experiences, attractions and destinations» in Südafrika zusammengestellt, welche in Zusammenhang mit dem Leben und der Geschichte Nelson Mandelas stehen. Dazu hat SAT eine eigene App names «Madiba’s Journey» kreiert. «Madiba» ist Mandelas Clanname, mit welchem er in Südafrika häufig bezeichnet wird. 

Ein wichtiges Thema bei den Einkäufern war dagegen der Kurs des südafrikanischen Rand. Durch dessen Stärkung gegenüber anderen Währungen sowie Preiserhöhungen bei den Leistungsträgern wird die Destination Südafrika nun deutlich teurer als in den Vorjahren. Das rasante Wachstum der letzten Zwei Jahren wird sich in den kommenden Monaten sowohl aus den europäischen als auch aus den Überseemärkten wohl abschwächen. Trotzdem ist und bleibt Südafrika eine Trenddestination mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis.

Wichtige Destinationsinfos

Schön, schöner, am schönsten: Wir reden nicht von ausgefallenen Modeschauen im Moses-Madiba-Stadium, sondern von der Provinz KwaZulu Natal. Wir durften im Vorfeld der Indaba durch die iSimangaliso Wetland- und Hluhluwe-Nationalparks reisen und dabei eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften und Ökosystemen bewundern: Lagunen, Kanäle, Seen, endlose weisse Strände, Flussmündungen mit Mangroven und farbige Fischarten, Palmenwälder, tropische Gärten, Savannen und dicht bewaldete Hügeln. Das Wort «Paradies» ist dafür nicht übertrieben. Die Unterkünfte reichen vom einfachen und authentischen Chalet bis zur modernen und luxuriösen Lodge am Strand (Thonga Beach Lodge) oder im Busch (Rhino Ridge Lodge). Einfach traumhaft!

Nicht nur luxuriös, sondern auch nachhaltig und engagiert können Herr und Frau Schweizer dort reisen: Die Rhino Ridge Lodge in Hluhluwe bietet die Möglichkeit, in einem Homestay (eine bescheidene Unterkunft bei einer Zulufamilie) zu übernachten. Die Gäste fahren am frühen Abend mit einem Begleiter zur Familie, essen und übernachten dort und nehmen an den Familienarbeiten teil. Am nächsten Morgen werden sie wieder zur Lodge gefahren. Den Gästen steht ein einfaches, aber sehr sauberes Zimmer mit eigenem WC/Erfrischungsmöglichkeiten zur Verfügung. Echt gut und vor allem herzlich gemacht!

Naturschutz und Nachhaltigkeit sind ohnehin auch in Südafrika wichtige Themen. Das Tourism Conservation Fund versucht stärker zu werden und einige Tourismusfirmen zu vereinen, um gemeinsam gegen Wilderei vorzugehen. Mit Spendengeldern arbeiten sie zudem darauf hin, lokale «Communities» (Dörfer und Einheimischen-Organisationen) zu unterstützen hinsichtlich Ausbildung und Schaffung von Mikro-Unternehmen. Wer ein Einkommen hat, muss nicht auf Wilderei zurückgreifen. Ein gutes Beispiel ist Makalali: Die Wäsche wird nicht mehr in der Lodge gewaschen, sondern im Dorf. Mit einer anfänglichen Investition in Waschmaschinen und Ausbildung sind nun 10 neue Arbeitsstellen geschaffen worden, welche selbständig das Waschen für die Lodge erledigen und damit Geld verdienen können.