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Miami sagt Plastikflaschen den Kampf an
Überall wird über Umweltverschmutzung durch Plastik gesprochen. Während in der Schweiz das PET-Recycling ziemlich gut funktioniert, ist dies andernorts allerdings längst nicht der Fall. Berge von Plastikflaschen vermüllen Städte und Strände und damit natürlich auch Stadtstrände. Miami kennt dieses Problem, trotz gut funktionierendem Müllabfuhrwesen.
Überall wird zudem auch wegen überteuertem Wasser geklagt. Das Fläschchen Mineralwasser, nicht selten eine Plastikflasche mit Mineralwasser, kostet zum Teil mehrere Franken/Euro/Dollar, teilweise ohne dass sich die Wasserqualität wesentlich vom «Hahnenburger» unterscheidet. An besonders warmen Orten geht das schnell ins Geld. Auch dieses Problem kennt Miami.
Nun hat die Metropole im Süden Floridas beide Probleme mit einer besonderen Massnahme angepackt: Mit einem Vertrag mit dem Unternehmen Woosh, welches Wasserdispenser anbietet. Flächendeckend an aktuell 16 Stationen - wobei total 25 geplant sind - wird in Miami Beach, von South Beach bis Biscayne Point, frisches Wasser geboten. Das Wasser wird behandelt und permanent in Bewegung gehalten, um frisch zu bleiben, sowie elektronisch überwacht, um die Sauberkeit sicherzustellen. Der Clou ist eigentlich, dass man die eigene Flasche mitnehmen muss, diese wird dann automatisch abgefüllt, wobei man unterschiedliche Flaschenfüllmengen anklicken kann.
Für Europäer etwas gewöhnungsbedürftig: Die Füllmengen sind in Unzen angegeben. Wobei das kaum eine Rolle spielt: Der Preis für 8 Flüssigunzen (2,3 dl) bis 20 Flüssigunzen (ca. 6 dl) ist derselbe - läppische 50 Cents. Für 24-32 Flüssigunzen (7-9,5 dl) werden 75 Cents verlangt. Für 15 Cents kann man zudem seine Flasche mit Druckwasser reinigen lassen. Wer ein Pre-Pay-Package kauft, kommt sogar noch günstiger weg.
Das Ziel für die Stadt Miami ist klar: Die Abfallberge an Plastikflaschen sollen verschwinden, die Bevölkerung und Touristen gleichzeitig aber überall genügend Trinkwasser vorfinden können. Woosh hat bereits mit Canton (Ohio) eine ähnliche flächendeckende Vereinbarung treffen können. Weitere Städte sollen folgen. Anbei noch ein kleines Video, welches zeigt, wie Woosh funktioniert: