Destinationen

Ein Erdbeben hat gestern in Nepal grosse Verwüstungen angerichtet

Von Nordindien bis zum nepalesischen Hochgebirge wurden Menschen von Häusern und Lawinen verschüttet. Dutzende Schweizer sind im Land.

Um die gestrige Mitagszeit hat ein schweres Erdbeben Nepal erschüttert. Die Zahl der Toten wurde im Stundentakt nach oben korrigiert und wird derzeit auf 1450 Menschen geschätzt. Das Beben der Stärke 7,8 zerstörte viele Gebäude, darunter historische Bauten in der Altstadt der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu.

Das Epizentrum des Erdbebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 77 Kilometer nordwestlich von Kathmandu. Die Erschütterungen dauerten zwischen einer halben und zwei Minuten. Das Beben traf die Hauptstadt mit grosser Wucht. Betroffen sind darüber hinaus Teile von Indien, Bangladesh und Tibet.

Insbesondere in der Altstadt Kathmandus stürzten viele Gebäude ein, darunter historische Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert. Der neunstöckige weisse Dharhara-Turm etwa, eine der wichtigsten Touristenattraktionen und Unesco-Weltkulturerbe, ist gänzlich zerstört. Die Rettungsarbeiten sind erschwert durch den Zusammenbruch der Kommunikationsnetze und die Verschüttung von Verkehrswegen. Auch der internationale Flughafen von Kathmandu wurde wegen der Erdbebenschäden vorübergehend geschlossen.

Zahlreiche Schweizer

Auch Schweizer Reisende befinden sich in verschiedenen Teilen des Landes. Der Globetrotter Travel Service betreut zurzeit 64 Reisende in Nepal. Bis zum Samstagabend konnte der Veranstalter 42 von ihnen erreichen, wie André Lüthi von Globetrotter auf Anfrage sagte. Sie seien alle unverletzt. Acht von ihnen wurde für Sonntag ein Flug nach Bhutan bestätigt. «Die meisten der Reisenden wollen zurück in die Schweiz», sagte Lüthi. Ob der Flughafen heute auch für Langstreckenflüge wieder offen sein wird, konnte nicht geklärt werden. Weitere 22 Schweizer Reisende konnte die Firma Globetrotter bisher nicht erreichen, weil sie keine Mobil telefone haben oder die Verbindungen unterbrochen sind.

Bamdev Gautam, der stellvertretende nepalesische Premierminister, hatte gestern den Notstand ausgerufen und um humanitäre Hilfe für die Region gebeten. Die indische Regierung hat Unterstützung versprochen und bereits Rettungskräfte in die Region geschickt. Die Glückskette hat einen Spendenaufruf gestartet. Laut der Organisation sind mehrere Schweizer Hilfswerke in Nepal und bereiten sich auf einen Einsatz vor.

(TN)