Destinationen
Harvey, Irma und heftige Beben
Die weltweiten Reisedestinationen sind sich einiges gewohnt. Doch in diesem Jahr mussten zahlreiche Ziele mit kaum je dagewesenen Katastrophen zurecht kommen. Am schlimmsten wurde 2017 die Karibik getroffen: Zwischen Juni und November fegten insgesamt zehn Hurrikans über die Inselregion.
Den Auftakt der diesjährigen Hurrikan-Saison über dem Atlantik machte Ende August Hurrikan Harvey mit heftigen Auswirkungen im US-Bundesstaat Texas. Viele Gebiete von Houston standen tagelang meterhoch unter Wasser. 15'000 Cruise-Passagiere steckten eine Zeitlang fest. Mehrere tausend Flüge wurden storniert.
Auf Harvey folgten die noch heftigeren Hurrikans Irma, José und Maria. Mit Winden von bis zu 300 km/h wurden die Karibik-Inseln Barbuda, Saint-Barthélemy und St. Martin verwüstet, zahlreiche Menschen verloren ihr Leben. Auch die Zerstörung auf den British Virgin Islands war immens. Die touristische Infrastruktur, ein wichtiger Wirtschaftszweig der Region, brach ein und ist teilsweise bis heute noch beschädigt. Heftig trafen die Hurrikans auch Florida. Im Nachgang zu Irma verhängten die Florida Keys einen temporären Touristenstopp. Die Swiss setzte während einigen Tagen ihre Flüge nach Florida aus.
Hurrikan Ophelia, der zehnte der Saison, bewegte sich sogar auf Europa zu, was sehr selten ist. Das Leben im Westen Irlands stand während eines Tages praktisch still. Aber auch Asien war in diesen Jahr nicht verschont. Taifun Talim wütete in Japan.
Waldbrände und Erdbeben
Noch vor der Hurrikan-Saison erlebten Kanada und Kalifornien schlimme Waldbrände. Tausende Menschen wurden evakuiert. Viele Touristen mussten ihre geplanten Routen ändern. Ein halbes Jahr später wird derzeit Kalifornien erneut von Waldbränden heimgesucht. Kalifornien erlitt zudem im Mai eine Schlammlawine, die den Highway 1 bis heute teilweise unpassierbar macht.
Auch Erdbeben verursachten in diesem Jahr viel Leid. Das heftigste Erdbeben erlitt Mexiko mit 250 Todesopfern. Das Epizentrum lag in der Nähe von Mexiko-Stadt.
Am 21. Juli löste ein Erdbeben in der Ägäis einen Tsunami aus. Auf Kos starben zwei Personen. Schweizer Veranstalter reisten auf die Ferieninsel und machten sich ein Bild über die Schäden. Europa erlebte zudem, wie fast jeden Sommer, heftige Waldbrände. Am schlimmsten traf es Portugal, wo zahlreiche Menschen eingekesselt wurden, 62 starben. Auch Korsika und Südfrankreich waren von Waldbränden betroffen.
Im September sorgte ein Unterwasser-Beben vor Bali für Verunsicherung auf der Ferieninsel. Einige Wochen musste die Gefahrenstufe wegen eines drohenden Ausbruchs des Vulkans Gunung Agung erhöht werden. Zwar hat sich der Vulkan zwischenzeitlich beruhigt, doch Bali ist weiterhin alarmiert – viele Touristen reisten ab oder bleiben aus, die Hoteliers verzeichnen deutliche Einbrüche.
- Jahresrückblick 1/9: Die Touristenmassen bleiben ein Problem
- Jahresrückblick 2/9: Die komplette K-Korrektur