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Bei Reisen in den Iran liegt noch einiges drin
Daniel TschudySpannendes tut sich auf der Tourismus-Achse Schweiz-Iran. Einerseits engagiert sich die nationale Marketingorganisation Schweiz Tourismus um den neuen Sekundärmarkt Iran und umgekehrt nimmt auch in der Schweiz die Nachfrage für Reisen nach Persien stetig zu.
So gab es 2015 rund 40‘000 Iranische Übernachtungen in unserem Land, und im Jahr darauf bereits das Doppelte. Richtung Iran stieg das Wachstum während den relevanten Sommermonaten März bis September von 2015 auf 2016 um satte 38,2%. Im vergangenen Jahr besuchten bereits rund 4000 Schweizer den Iran.
Gründe genug, das Gespräch mit dem 80-Millionen-Einwohner-Land zu suchen. Überdies wird vielleicht bald ein Teil der internationalen Sanktionen gelockert Oder Europa will und wird sich, so hofft man zumindest, dem Iran etwas annähern. Schweiz Tourismus agiert jedenfalls proaktiv und kann dabei auf bereits bestehendes Incoming-Geschäft aus dem Iran verweisen.
15 Schweizer Anbieter, darunter Vertreter von Zürich Tourismus, der Rigi-Bahnen oder dem Hotel Royal Savoy in Lausanne, besuchten kürzlich den Iran, bereits zum zweiten Mal, und sprachen mit den grossen Tour Operators im Lande. Die gesamte iranische Tourismusbranche traf sich an der 10. Teheraner Tourismusausstellung (TITE). Anwesend waren führende Reiseveranstalter wie Marco Polo oder Blue Rose, aber auch kleinere Spezialisten wie Tech Travel, ein schweizerisch-iranisches Reise- und Vermittlungsbüro, welches in beide Richtungen agiert.
Schweiz Tourismus engagiert sich stark in Persien
Federführend bei den Gesprächen und Arbeitssitzungen war Federico Sommaruga, der sich bei Schweiz Tourismus seit vielen Jahren um die neuen Märkte kümmert. Unterstützung erhielt der Tourismusmacher auch von Botschafter Giulio Haas und dessen Team in Teheran.
Noch vermischen sich die beiden Sparten Inbound und Outbound, nach dem Motto «Ihr gebt uns Besucher und wir senden Euch Touristen». Im Zentrum der Gespräche bewegt sich deshalb Ali Nemati Zargaran noch in beide Richtungen; das kann er auch, als Director General of Tourism Marketing & Promotion der Iranian Tourism Organization. Die Politik muss vorerst noch federführend sein, denn laut WTTC produziert der Tourismus erst einen Anteil von 6,6% am Bruttoinlandsprodukt. Da liegt noch Einiges drin und die Lernkurve für die iranische Hotel- und Reise-Branche steht noch ganz am Anfang.
In umgekehrter Richtung funktioniert das Geschäft bereits gut, denn es gibt ein kaufkräftiges iranisches Publikum, das die Schweiz kennt, regelmässig besucht und dabei auch gutes Geld ausgibt. Skifahren beispielsweise ist gefragt und Destinationen wie St. Moritz sind durchaus bekannt, aber auch Städte wie Genf, Interlaken oder Luzern. Schweiz Tourismus hat infolgedessen erstmals eine 48-seitige Destinationsbroschüre in Farsi produziert und diese am Schweizer Stand an der TITE verteilt.
Das Geschäft wird also kommen, klein aber fein. Jetzt fehlt nur noch, dass ein paar Tausend dieser Farsi-Broschüren auch nach Kalifornien verschifft werden. Denn dort leben rund zwei Millionen Iraner und auch diese könnte man für Ferien in der Schweiz begeistern. Vielleicht muss Federico Sommaruga bald auch in Los Angeles auftreten.
Wichtiges zur touristischen Zukunft des Iran
- Die Behörden werten den Tourismussektor als prioritär ein. Ausländischen Investitionen steht man positiv gegenüber.
- Derzeit gibt es in der 15-Millionen-Kapitale Teheran rund 100 Hotels; davon gelten jedoch nur 13 als 4* oder 5*-tauglich.
- 2014 kam mit Accor erstmals seit 1979 eine ausländische Hotelgruppe nach Teheran (Novotel und Ibis am Flughafen).
- Die Rotana Hotel Group aus Abu Dhabi plant in den kommenden zwei Jahren je 2 neue Hotels in Teheran und Mashad
- Melia eröffnet bis Ende Jahr ein erstes Hotel am Kaspischen Meer.
- Die Steigenberger Gruppe plant in den kommenden Jahren 10 Hoteleröffnungen in Shiraz, Isfahan und Teheran.