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Reiseland Bulgarien rechnet mit Rekordjahr
Bulgarien verzeichnet derzeit Rekord-Einreisezahlen. Grund sind Touristen aus Mitteleuropa. Allein im Juni reisten mehr als 120'000 Deutsche in das Schwarzmeerland, ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch Schweizer Reiseveranstalter verzeichnen Plus-Zahlen bei Bulgarien-Buchungen. Eine wichtige Rolle spielen auch russische Reisende, die sich aufgrund der ähnlichen Sprache und der gemeinsamen orthodoxen Religion eng mit Bulgarien verbunden fühlen. "Wir haben die russischen Touristen zurückgeholt", erklärte Tourismusministerin Nikolina Angelkowa.
"Ich hoffe, dass wir mit diesem Tempo weitermachen, so dass wir das erfolgreichste Jahr für den bulgarischen Tourismus verzeichnen können", sagte sie in Sofia gegenüber Medien. 2015 hatte Bulgarien etwa 7,1 Millionen Feriengäste aus dem Ausland gezählt – das entspricht etwa einem Touristen je Einwohner. Im ersten Halbjahr 2016 kamen rund 3,1 Millionen Touristen. Tourismus ist ein wichtiger Faktor im ärmsten Land der Europäischen Union: Der Fremdenverkehr steuert 13 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Die Einnahmen beliefen sich 2015 auf 10,5 Milliarden Lewa (5,8 Mrd. Fr.). Die Branche beschäftigt 338'000 Menschen.
Alternative zu Ibiza
Eine der wichtigsten Ferienhochburgen ist die Bucht von Burgas am Schwarzen Meer, rund um die viertgrösste Stadt Bulgariens. Die Region ist vor allem bei jüngeren Leuten als günstiger Gegenentwurf zu Ibiza beliebt. Denn Orte wie Slantschew Brjag (Sonnenstrand) locken mit vielen Clubs und Discos sowie im EU-Vergleich sehr niedrigen Preisen für Bier und Spirituosen.
Ausser Partygästen setzt Bulgarien, das bereits vor der politischen Wende ein beliebtes Badeziel im einstigen Ostblock war, auch auf anspruchsvolle Touristen. Mit archäologischen Sehenswürdigkeiten, Skiorten und Wellnesszentren will das Land zum Ganzjahres-Reiseziel werden.
Schweizer Reiseveranstalter mit einem breiten Bulgarien-Angebot sind ITS Coop Travel, Hotelplan, Helvetic Tours, TUI Suisse und Bentour Reisen.