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91'000 auf Teneriffa — und es werden mehr

Linda von Euw

Die Insel des ewigen Frühlings zieht immer mehr Schweizerinnen und Schweizer an. Das hat seine Gründe.

In der Palmenhalle der Stadtgärtnerei Zürich-Albisrieden ist es fast so warm wie auf Teneriffa — und auch der Ausblick auf die tropisch-grünen Pflanzen erinnert an die grösste der kanarischen Inseln. Diese avanciert mit 23 Grad Jahres-Durchschnittstemperatur, Sportmöglichkeiten wie Biken, Tauchen oder Wandern in den Lorbeer-Wäldern, einem gut ausgebauten Strassennetz sowie vulkanische Bergen, einem einmaligen Sternenhimmel und weissen Stränden jedes Jahr zum Ferienziel vieler Reisenden. Fast 91‘000 Schweizer besuchten die Insel im letzten Jahr. Im ersten Quartal dieses Jahres haben bereits 24‘574 Schweizer Teneriffa aufgesucht. "Die allermeisten zieht es in den Süden. Die Schweizer bevorzugen die Unterkunft in einem 4-Sterne-Hotel", wie Teneriffa-Repräsentantin Nadine Pullmann von Global Communication Experts weiss.

Die Besucherzahlen vom letzten Jahr dürften dank des sich abzeichnenden Kanaren-Booms in diesem Sommer getoppt werden. Grund genug für das Spanische Fremdenverkehrsamt ein Teneriffa-Event in der Stadtgärtnerei Zürich durchzuführen. Direkt neben der tropischen Palmenhalle steht stilecht ein grosszügig angerichtetes Tapas-Buffet bereit. Der Apérowein stammt aus der Bodegas Vinatigo – ein langjähriger Familienbetrieb, der seine Weine neu auch in die Schweiz exportiert. Dank der Passatwinde und der hohen Berge herrschen auf der kleinen Insel ein subtropisches bis kontinentales Klima. 83 verschiedene Traubensorten wurden bislang auf der Insel entdeckt. Der vulkanische Ursprung der Böden beschert den Weinen einen einzigartigen, mineralischen Charakter, wovon sich die Gäste der Veranstaltung im Anschluss bei der Wein-Degustation überzeugen dürfen.

Ein Highlight für Hobby-Astronomen

Sowieso ist die kanarische die Gegend der kleinen- und mittleren Unternehmen: „99,9 Prozent der 125‘526 Firmen sind KMUs, die die Tradition gekonnt mit technologischen Neuerungen verbinden“, sagt Rafael Pérez der Vinothek Santé AG. Was die Bewohner von Teneriffa unter Tradition verstehen: „Tradition ist die Weitergabe des Feuers nicht die Anbetung der Asche.“

Faustino Diáz Fortuny vom spanischen Fremdenvekehrsamt beschreibt die Insel mit den Worten Alexander von Humboldt, der schon vor 200 Jahren schrieb: „kein Aufenthalt schien mir geeigneter den Schwermut zu vertreiben wie ein Aufenthalt auf Teneriffa.“

Fast die Hälfte der Insel steht unter Naturschutz. 21 der etwa 80 bekannten Walarten leben ganzjährig vor der Küste Teneriffas und lassen sich dort bestens von Nahem betrachten. Rund 80 Airlines fliegen die Insel an – die Flugzeuge dürfen allerdings nicht über den Nationalpark fliegen, weshalb dort fast keine Luftbewegung stattfindet. Das Ergebnis: Ein faszinierender Sternenhimmel, der Astrologen aus aller Welt in Verzückung versetzt. Dieses Jahr findet vom 27.6. bis 2.7.2016 zum dritten Mal das wissenschaftliche Kulturfestival „Starmus“ auf Teneriffa statt. Das Festival steht ganz im Zeichen der Sterne. Auch die Filmindustrie hat die Insel für sich entdeckt: So wurde unter anderem Fast&Furios 6 dort gedreht.

Das Verlassen des tropisch-angehauchten Veranstaltungsortes fällt dem einen oder anderen sichtlich schwer. Da ist es beruhigend zu wissen, dass das echte Teneriffa nur vier Flugstunden entfernt liegt.