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Gelungene Produkteentwicklung: im Cabrio aufs Stanserhorn.

Sponsored „Noch nie stand das Erlebnis so stark im Vordergrund“

Die Internationale Schule für Touristik (IST) führt einen viertägigen Kurs zum „Cert. Product Design Expert“ durch. Martin Nydegger, Leiter Business Development bei Schweiz Tourismus, misst dem Thema Produkteentwicklung grosse Bedeutung zu.

Herr Nydegger, welchen Stellenwert nimmt Product Design in der Schweizer Tourismusbranche ein?

Martin Nydegger: Produkteentwicklung muss man sich bisher noch selber beibringen. Da gibt es ein Defizit. Man kann nirgends nachlesen, was touristische Produkteentwicklung heisst und kann das Thema bisher nirgends lernen. Doch noch nie wurde innerhalb der Unternehmen und Organisationen so viel über die Produkteentwicklung gesprochen, mit allen möglichen Terminologien, ob Angebotsgestaltung oder Customer Experience. Noch nie stand das Erlebnis so stark im Vordergrund wie jetzt; weil wir den Preisnachteil, den wir zurzeit in der Schweiz haben, nur durch Erlebnisse und Emotionen wett machen können.

Wie schwierig ist es, ein emotionales Produkt zu gestalten?

Die Emotionalität ist ein Bestandteil, ein neues Produkt muss sich vor allem auch differenzieren. Wenn wir alle nur noch Themenwege machen, ist das langweilig. Wichtig ist, dass jede Destination, jeder Hotelier oder jede Bergbahn für sich ein differenzierendes Merkmal herausfiltert. Im Schweizer Tourismus ist ein Hang zum me-too festzustellen. Wenn der erste mit einer Hängebrücke kommt, dauerts zwei Jahre und jeder hat eine Hängebrücke. Diese Bereitschaft ist zwar schön, aber das ist auch etwas einfallslos. In der Schweiz sollte die Diversität spielen.

Hat die Stunde des Produktes geschlagen?

Durchaus. Meine These lautet: Bis vor 30 Jahren hatten wir einen sehr präsenten Tourismusdirektor vor Ort. Dann kam die Marketingoffensive. Die Infrastruktur steht, die Leute sind freundlich, nun gilt es das zu kommunizieren. Marketingleiter wurden Tourismusdirektoren, das Marketing avancierte zur alles lösenden Disziplin. Das Produkt und die Mittel dazu blieben aber auf der Strecke. Nun rückt verstärkt das Produkt in den Vordergrund. Und Beispiele wie das Appenzell zeigen: wer den Fokus auf das Produkt stets hochhielt, hat in schwierigeren Zeiten eine stabilere Basis. Das Pendel schlägt nun zurück. In den nächsten Jahren werden wir mehr Produkteentwickler sehen, es reicht nicht mehr die Welt nur rosarot anzustreichen. Das Versprechen muss man vor Ort auch einhalten.

Cert. Product Design Expert IST/SIB

Der viertägige Kurs zum "Cert. Product Design Expert IST/SIB“ findet am 2.10./9.11./10.11./11.12. in Zürich statt. Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die sich in touristischen Unternehmen im Incoming oder im Outgoing mit dem Bereich der Produkteentwciklung und des Marketings befassen oder sich auf eine solche Tätigkeit spezialisieren wollen. Die praxisnahe Weiterbildung vermittelt fundiertes Grundlagenwissen sowie Skills in der Erlebnisinszenierung. Überzeugende Best Practice-Beispiele steigern den Erfahrungswert. Es besteht die Möglichkeit, eigene Fallbeispiele zu entwickeln. IST-Direktorin Hanna E. Rychener Kistler leitet den Kurs, Dr. Monika Bandi, Leiterin Forschungsstelle Tourismus, CRED Universität Bern, ist Fachreferentin.

Weitere Informationen: www.ist-zurich.ch