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Schwangere sollten nicht in Zika-Virus-Gebiete reisen
In 19 Ländern zu denen nebst Brasilien unter anderem Barbados, Venezuela, die dominikanische Republik, die USA und Kolumbien gehören, wurden Zika-Infaktionen registriert. Das Virus ist mit dem geläufigeren Dengue- und Chikungunya-Viren verwandet. Am heimischsten scheinen sich die für das Zika-Virus verantwortlichen Tigermücken in Brasilien zu fühlen. Mit geschätzten 1,5 Millionen infizierten Menschen im letzten Jahr hat das Virus dort epidemisches Ausmass angenommen.
Besonders betroffen sind schwangere Frauen. Der Zusammenhang zwischen den Zika-Infektionen und der aussgerwöhnlichen Häufung von Neugeborenen mit Schädelfehlbildungen — die sogenannte Mikrozepahlie — ist mittlerweile bestätigt. In der Zeit von Mitte Oktober 2015 und Mitte Januar 2016 gab es in Brasilien 4000 betroffene Babys. Bei der Mikrozephalie durchdringt das Virus die Plazenta der werdenden Mutter und befällt den Fötus.
Das deutsche Auswärtige Amt hat am 26. Januar 2016 die Reisehinweise für Brasilien aktualisiert und schreibt „Schwangere sollten generell von vermeidbaren Reisen in Zika-Endemie-Gebiete absehen.“ Auch die USA warnt schwangere Frauen. Das EDA hat die Reisehinweise für Brasilien noch nicht angepasst.
Brasilien hat den Gesundheits-Notstand ausgerufen und Forscher versuchen fieberhaft einen Impfstoff gegen Zika zu entwickeln. Dies dürfte aber — wenn es dann gelingt — noch Monate dauern. Bis dahin schickt die Regierung 220‘000 Soldaten in den Kampf gegen die Tigermücke (Aedes aegypti), die auch Dengue und Chikungunya übertragen kann. In der aktuell herrschenden Regenzeit verbreitet sich die Mücke rasant. Sie legt ihre Eier in stehendem Gewässer ab, wo die Larven innert Tage schlüpfen. Solche Gebiete werden jetzt grossflächig mit Chemikalien besprüht.
In São Paulo setzt man erstmals gentechnischveränderte Mücken ein. Deren Nachkommen kommen nicht über das Larvenstadium hinaus. Damit soll die Population drastisch eingedämmt werden. Erste Erfolge konnten bereits verzeichnet werden.
Die betroffenen Länder haben millionenschwere Aufklärungskampagnen lanciert. Brasilien hat einen Massnahmenkatalog an 56‘000 Hotels, Bars und Restaurants verschickt. Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro beinhalten das Risiko einer globalen Verbreitung des Virus.
Die Vermutung liegt nahe, dass Touristen der Fussball-WM 2014 das Virus eingeschleppt haben. Das brasilianische Gesundheitsamt ist zuversichtlich, dass die Olympischen Spiele mückenlos über die Bühne gehen werden: Im August ist es wesentlich trockener und kühler, was die Präsenz der Mücken reduziert und tonnenweise Pestizide sowie regelmässige Mückenkontrollen im Stadion und in den Katakomben sollen ihr Übriges tun. Für die Touristen gilt das altbewährte Rezept: Lange Kleidung mitnehmen und viel Anti-Brumm aufsprühen.