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Wer will schon sowas im Sand sehen? Freiwillige in Muro (Mallorca) sammeln den ganzen Sommer lang Zigarettenstummel - mit ernüchterndem Resultat. Bild: AdobeStock

Der Strand ist kein riesiger Aschenbecher!

Zigarettenstummel am Strand einfach im Sand entsorgen? Eigentlich ein No-go, welches aber immer noch viele rauchende Strandbesucher ignorieren. In Spanien wird nun konsequent dagegen vorgegangen - angeführt von einem spannenden Experiment in Mallorca.

Spanien galt bislang als ziemlich liberal gegenüber Rauchenden, was nicht grundsätzlich falsch ist. Allerdings gibt es Unmengen von Rauchern, für welche die korrekte Entsorgung des Zigarettenstummels offenbar eine grosse Anstrengung darstellt, weshalb besagter Stummel einfach kurzerhand im Sand des Badestrandes entsorgt wird. Kann man ja ganz eindrücken, das sieht dann sicher niemand.

Doch in der Realität sieht es ganz anders aus. Die Gemeinde Muro auf Mallorca hat in diesem Sommer an bislang zwei Tagen - weitere sind geplant - Freiwillige dazu aufgerufen, Zigarettenstummel am Strand von Muro nahe Alcudia zu sammeln, wofür es im Gegenzug «Pa amb oli» (Brot mit Öl) gab. Das Resultat war sowohl spektakulär als auch niederschmetternd: Innert weniger Stunden wurde ein ganzer Haufen zusammengetragen; ein Bild davon gibt es im «Diario de Mallorca». Was den ganzen Sommer an Stummeln zusammengetragen wird, soll am Ende der Saison als grosser Haufen direkt beim Strand ausgestellt werden - um die rauchende Bevölkerung aufs Problem aufmerksam zu machen.

Der «Schandhaufen», wie der Stummel-Haufen bereits genannt wird, beeinträchtigt nicht nur die Schönheit des Strandes, sondern ist auch ein Gesundheitsrisiko. Kinder und Tiere könnten die Zigarettenstummel in den Mund nehmen; in den Stummeln sammeln sich die meisten Toxine von Zigaretten. Zigarettenkippen enthalten auch Substanzen, welche im Kontakt mit Wasser verheerende Auswirkungen auf die Natur haben und Weichtiere, Fische, Reptilien und Vögel vergiften.

Nicht zuletzt ist es auch ein finanzielles Problem: Allein die Gemeinde Muro muss 400'000 Euro investieren, um ihre 5 Kilometer langen Strände sauber zu halten. Es wäre mal interessant zu sehen, wie viele Zigarettenstummel in ganz Mallorca, geschweige denn an allen Mittelmeerstränden, pro Jahr liegen gelassen werden.

An diesen spanischen Stränden darf nicht mehr geraucht werden

Es ist natürlich nicht so, dass Muro, Mallorca oder überhaupt Spanien hier weiter tatenlos zusehen. Eine ganz Reihe beliebter spanischer Strände hat inzwischen ein komplettes Rauchverbot eingeführt; an manchen anderen Orten gibt es entsprechende Projekte, welche kurz vor der Umsetzung stehen.

Der spanische TV-Sender Antena3 hat eine vollständige Liste der spanischen Strände mit Rauchverbot zusammengestellt - diese Listen finden Sie unter diesem Link. Wie man sieht, sind schon zahlreiche Strände auf den Balearen, auf den Kanaren, aber auch an der Costa del Sol, der Costa Brava und vor allem im offenbar extrem raucherfeindlichen Galicien.

(JCR)