Trips & Travellers
Reto Nause: «Der Tourismus ist in einem jährlichen Abwehrkampf»
Die Zeiten für den Schweizer Tourismus sind stürmisch. Durch die finanzielle Belastung des Bundes – unter anderem wegen der 13. AHV-Rente und steigenden Rüstungsausgaben – gerät auch die Tourismusförderung unter Druck. «Da sind wir in einem jährlichen Abwehrkampf begriffen», erklärt Reto Nause, Präsident des Schweizer Tourismus-Verbands (STV) und Mitte-Nationalrat, in der aktuellen Ausgabe des «Travel News Talk».
Trotz des starken Frankens und der hohen Preise behauptet sich die Schweiz als Reiseland gut, findet Nause. Der gestärkte Inlandtourismus nach Corona bilde dabei eine solide Basis. Das Thema Overtourism will er nicht überbewerten und spricht von punktuellen und zeitliche beschränkten Phänomenen. Er plädiert dafür, Touristenströme durch gezielte Angebotsentwicklung räumlich und zeitlich besser zu verteilen und neue, spannende Schauplätze zu inszenieren.
Nachhaltigkeit im ureigensten Interesse
Ebenso betont Nause im wöchentlichen Podcast von Travelnews die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Tourismus. Projekte wie der Velotourismus, die Verknüpfung von Stadt und Land sowie energieeffiziente Massnahmen in Hotellerie und Gastronomie spiegeln das steigende Bedürfnis der Gäste wider, ist er überzeugt. «Nachhaltigkeit liegt im ureigensten Interesse des Tourismus», so der STV-Präsident.
Seinen Weg in die Branche fand der langjährige CVP-Generalsekretär und spätere Berner Sicherheitsdirektor über das Wirtschaftsamt und den Verwaltungsrat von Bern Tourismus (heute Bern Welcome AG). Dort lernte er früh, wie wichtig die Zusammenarbeit und das Nutzen von Synergien unter verschiedenen Leistungsträgern sind.
Im «Travel News Talk» gibt Reto Nause ausserdem persönliche Einblicke: Er verrät, wo er in der Schweiz seine Ferien verbringt, und er spricht über seine Faszination für Safaris in Afrika. Zudem schätzt er die Industrie-Kultur im Ruhrgebiet und freut sich auf seine nächste Reise, die nach Korea führt.