Trips & Travellers
Luštica Bay: Neues Ferienparadies in Montenegro
Christoph AmmannBosco Kaluderovic würde in jedem heiteren Beruferaten als Star durchgehen. Denn er hat einen Job, den es sonst in Montenegro nicht gibt: Kaluderovic ist der erste Golfplatzmanager des Landes und zwar in Luštica Bay.
Das Ferienparadies auf einer Halbinsel an der Adria, unweit des Unesco-Welterbes Kotor, gilt als montenegrinische Antwort auf Andermatt, ein weiteres Mega-Projekt von Samih Sawiris.
«Ich stelle mir eine Ambiance vor wie in einem traditionellen englischen Golfclub», sagt Bosco über den ersten ernsthaften Golfplatz Montenegros. «Wir wollen den Golferinnen und Golfern ein einmaliges Erlebnis bieten und werden auf Etikette achten.»
Das Clubhaus hat vor einigen Wochen die Tore geöffnet. Bereits ziehen Feriengäste, Residents und Einheimische über die Fairways der drei fertiggestellten Löcher. Bis Ende Jahr werden neun Holes bespielbar sein, 2029 steht die gesamte 18-Loch-Anlage bereit.
Samih Sawiris und sein Golfexperte Tony Aboujaoude haben fürs Design des Championship Courses mit Gary Player einen grossen Namen engagiert. «Es ist eine Herausforderung, auf diesem felsigen Untergrund einen Golfplatz zu bauen», sagt Tony. Und es ist keine leichte Aufgabe für die Flights, auf dem Parcour die Bälle präzise zu schlagen.
«Hier treffen sich der Wind von den Bergen und jener vom Meer», beschreibt Sawiris’ Mann fürs Golfen. Inmitten von Felsen und Olivenbäumen könnte das Weltklasse-Panorama leicht vom Sport ablenken. Denn auf dem Golfplatz von Luštica Bay sieht man von jedem Loch aus das Wasser – die Adria mit den vorgelagerten Inseln, die Bucht von Kotor oder beides.
Jointventure mit dem Staat
17 Jahre sind es her, seit Samih Sawiris mit dem Staat Montenegro ein Jointventure für die Entwicklung von Luštica Bay abschloss. Mittlerweile ist Samihs 34-jähriger Sohn Naguib Chef im Ring. Luštica Development, eine Tochtergesellschaft der in Altdorf ansässigen Orascom Development Holding (ODH), sorgt auf der Halbinsel gerade für einen Drittel des montenegrinischen Immobilien-Investments.
2013 fuhren die Bagger auf; 2015 zogen die ersten Bewohner und Gäste ein. Luštica Bay wird vier Hauptquartiere umfassen: das fixfertige Marina Village am Wasser, den am Berg thronenden Hauptort Centrale, weiter himmelwärts den Wohnbezirk Horizon und schliesslich The Peaks direkt am Golfplatz – die exklusivste Siedlung.
Neben dem Immobilien-Portfolio, das von Studios über Apartments, Ferienhäuser, Penthouses bis zu Villen reicht, sind sieben Hotels geplant, zwei Yachthäfen, der erwähnte 18-Loch-Golfplatz und eine komplette Infrastruktur mit Läden, Restaurants, Sportplätzen, Polizeistation, Spital und einer internationalen Schule.
Nur ein Zehntel der Fläche wird genutzt
In Luštica Bay sollen sich diverse Nutzer mischen: Immobilieneigner, die für ein paar Wochen im Jahr nach Montenegro fliegen, Feriengäste in Hotels und zur Miete freigegebenen Objekten sowie Residents, die hier Wohnsitz nehmen und von tiefen Steuern profitieren. Von sieben Quadratkilometern Fläche in Luštica Bay wird bis in 20 Jahren nur ein Zehntel belegt.
Der Rest des früheren Armeegeländes bleibt Natur, vor allem Macchia und karstige Felsen. Bis dato sind über 1000 Wohnungen, Häuser oder Villen verkauft – von mindestens 3000 im Endausbau. Besitzer aus 53 Nationen haben zwischen knapp einer halben und fünf Millionen Euro hingelegt.
«Das Projekt ist sehr zukunftsorientiert und wird uns noch lange beschäftigen», sagt Raphael Krucker. Der Ostschweizer ist CEO von Swiss Alps Andermatt und sitzt im strategischen Ausschuss von Luštica Bay. «Der Verkauf läuft gut. Wir waren erfolgreich im regionalen Markt und fokussieren uns nun vermehrt auf Westeuropa und natürlich auf die Schweiz.»
Im Gegensatz zum Golfplatz, The Peaks und Horizon, sind Marina Village und der dazu gehörende Hafen fertig gebaut. Die Häuser mit den roten Ziegeldächern und den bunten Fensterläden stehen für mediterranes Flair. Kieselstrände und das glasklare Meer warten vor der Haustür.
Alles Glas oder was im Chedi
Ein Epizentrum des maritimen Quartiers ist das Fünf-Sterne-Hotel The Chedi Luštica Bay, ein niederschwelliges Schwesterhaus der Andermatter Nobelherberge. Wer die weiträumige Lobby betritt, blickt durch eine riesige Glasfront aufs Meer. Glas scheint ein beliebter Baustoff im Haus zu sein: Die Seitenwand des Innenpools im Wellnessbereich ist aus Glas, sodass man die Schwimmerinnen und Schwimmer wie in einem Aquarium unter Wasser bestaunen darf.
Von den meisten der sehr komfortablen 111 Zimmer und Suiten sieht man auf das Meer und den Hafen, der einen Bruder weiter vorne in der Bucht erhalten wird. Ab der Marina laufen auch Boote aus zur nahen Mamula-Insel, wo das Sawiris-Imperium das Banyan Tree Hotel in einem im 19. Jahrhundert von der Habsburger-Monarchie errichteten Fort am Eingang zur Bucht von Kotor betreibt.
Auch dafür ging Samih Sawiris einen Deal mit dem erst 2006 gegründeten Staat Montenegro ein. Der Ägypter hatte Luštica Bay und das Fort auf einer seiner Erkundungstouren entdeckt – je nach Legende vom Segelboot oder vom Helikopter aus. Ursprünglich hatte Immobilienentwickler Sawiris ganz anderes im Sinn gehabt. Er wollte ein Stück Land unten an der albanischen Grenze unter die Lupe nehmen.
Luštica Bay: Ferien- und Wohnanlage mit fünf Stränden, Yachthafen, Sport-Facilities, Restaurants, Shops und Golfplatz. Shuttle-Verbindungen innerhalb des Areals.
Hotel: The Chedi Luštica Bay, gutes Badeferienhotel und Basecamp für Ausflüge (Kotor-Bucht, Hinterland Montenegros mit Seen und Bergen). 111 Zimmer und Suiten, montenegrinisches Abendbuffet, Wellness, in der Saison Kinder-Animation, Infinity-Aussenpool, eigener Strand. www.chedilusticabay.com Arrangements z.B. bei TUI Suisse und Migros Ferien.
Vermietung von Ferienwohnungen und Verkauf von Immobilien: www.lusticabay.com
Beste Reisezeit: Baden kann man von Juni bis April. Golfen, wellnessen oder Ausflüge unternehmen das ganze Jahr.
Allgemeine Infos: www.montenegro.travel