Thurgau Travel

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Peter Kaufmann – auf Besuch in der Schweiz – steht oft an der Reling der RV Thurgau Exotic 1, 2 & 3 in Myanmar. Bild: TN

Sponsored «Ich könnte den Irrawaddy weitere 130 Mal befahren»

Peter Kaufmann leitet beim Familienunternehmen Thurgau Travel als General Manager die drei Schiffe RV Thurgau Exotic 1, 2 & 3 in Myanmar. Im Interview äussert er sich zu den Herausforderungen und Reizen von Flussfahrten auf dem Irrawaddy.

Herr Kaufmann, Thurgau Travel ist in Myanmar Mitbesitzer und Betreiber der drei Schiffe RV Thurgau Exotic 1, 2 & 3. Wann begann das Projekt ursprünglich?

Peter Kaufmann: 2005 führten wir zusammen mit anderen Touroperators erste Charter auf dem Irrawaddy durch. 2007 kam dann die Idee auf, selber Schiffe bauen zu lassen. 2008 gingen wir das an und konnten 2009 die Thurgau Exotic 1 in Betrieb nehmen. Obwohl Myanmar damals in Europa noch nicht so gut bekannt war, entwickelte sich das Geschäft sehr gut – 2012 und 2017 folgten die Schiffe Nr. 2 und 3.

Was hat ihre Familie bewogen, auf Myanmar zu setzen?

Da war viel Herzblut mit dabei, insbesondere bei meiner grossen Schwester Simone, die als Reiseleiterin dort arbeitete. Sie gleiste dann mit unserem Vater und unserem mittlerweile langjährigen Geschäftspartner, den sie kannte, das Projekt auf. Heute stellt unser burmesisches Geschäft ein wichtiges Standbein dar.

Sie leiten die Geschäfte vor Ort. Wie kam es dazu? Und welchen Anteil des Jahres verbringen Sie in Myanmar?

Rund sechs Monate im Jahr bin ich unten, nun schon seit fünf Jahren. Simone hatte damals einen Nachfolger gesucht. Zunächst war ich noch skeptisch, ob mir das gefallen würde. Doch die Skepsis verflog schnell. Die Burmesen sind sehr herzlich und behandeln mich wie ein Familienmitglied. Ich könnte nicht mehr ohne Burma sein. Die Strecke Rangun - Mandalay bin ich sicher schon 130 Mal gefahren in den letzten fünf Jahren. Es können gerne nochmals 130 Fahrten dazukommen (lacht). Ich begleite die Reisen, kontrolliere die Qualität, evaluiere neue Stoppmöglichkeiten oder arbeite im Büro in Yangon.

«Unsere Reisegruppen sind überschaubar. Da herrscht eine familiäre Atmosphäre»

Was macht der Reiz einer Fahrt mit einem Ihrer Schiffe aus aus?

Landschaftlich ist Myanmar sehr spektakulär und das Ufer und die Umgebung lässt sich vom Schiff aus sehr gut beobachten - vom Sonnendeck aus oder von den Kabinen. Die 23 Quadratmeter grossen Suiten erstrecken sich über die ganze Breite des Schiffes, während der Fahrt können unsere Gäste auf beiden Seiten hinausschauen. Die Schiffe sind lokal hergestellt, mit lokalen Harthölzern, die Kabinen sind grosszügig. Unsere Reisegruppen sind überschaubar mit 20, 28 oder 32 Gästen. Da herrscht eine familiäre Atmosphäre und die Ausflüge gestalten sich angenehm in dieser Grösse, etwa ein Spaziergang durch ein Dorf. In der Regel sind wir den halben Tag auf dem Schiff, den halben Tag auf fakultativen Ausflügen. An Bord gibt es Präsentationen, etwa über die Geschichte des Landes, oder Unterhaltung mit Musikgruppen.

Was hat der Reiseformel Flussreise in Myanmar einen solchen Auftrieb gegeben?

Das Land hat sich in den letzten Jahren geöffnet. Aber im Gegensatz zu anderen Ländern Südostasiens lässt sich Myanmar nicht so gut von der Strasse aus entdecken. Der Irrawaddy, der sich durch den Grossteil des Landes zieht, eignet sich da sehr gut. Und Myanmar ist das Land der goldenen Pagoden. Die lassen sich vom Schiff aus sehen. Wir besuchen zahlreiche Pagoden, solche mit verschiedenem geschichtlichen Hintergrund oder auch mal eine spezielle, etwa eine auf einem Hügel gelegene mit grandiosem Ausblick.

Welche logistischen Herausforderungen stellen sich Ihnen in Myanmar?

Mit der Öffnung des Landes 2012 ist vieles einfacher geworden, Sanktionen sind weggefallen. Nahrungsmittel oder Weine zu beschaffen, ist einfacher geworden. Da mussten wir uns in den Anfangsjahren grösseren Problemen stellen. Das Speiseangebot ist uns sehr wichtig, ob Fleisch, Fisch oder vegetarische Speisen. Zwar richten wir den Fokus auf die asiatische Küche, zwischendurch wollen wir aber auch mal europäische Gerichte anbieten. Und da sind die logistischen Herausforderungen kleiner geworden in den letzten Jahren.

Und welche Geschäftsphilosophie verfolgen Sie?

Unsere Gäste sollen das Land, die Kultur und den Buddhismus in Erinnerung halten, das Land nicht mehr vergessen oder gleich wieder zurückkommen. Entsprechend spielt unsere Besatzung eine wichtige Rolle. Wir setzen uns für unsere Mitarbeiter ein und verzeichnen kaum Fluktuationen. Das Team arbeitet sehr gut zusammen, das hören wir auch von unseren Gästen, die dies schätzen.

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(TN)